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Shoji Nishio Senseis Aikido

Dieses Video war meine erste Begegnung mit Nishio Sensei. Damals hatte ich noch keine Gelegenheit, diese Form des Aikido persönlich zu erfahren. Die Klarheit und Bestimmtheit seiner Bewegungen ist mir aber dennoch in Erinnerung geblieben. Es drängt mich schon lange, über meine Erfahrungen mit dem von ihm entwickelten Aikido zu schreiben. Es gibt allgemein nur extrem wenige Texte über ihn und sein Aikido. Zumeist handelt es sich um Biographisches und ein paar Interviews. Dann aber stellt es sich immer als extrem schwierig heraus. Es gibt in vielen wesentlichen Aspekten keine mir bekannten Versuche, auf die sich aufbauen ließe. Man trainiert auf hohem Niveau, aber wenn man darüber spricht, ist es zumeist nur unsystematisch und aus dem Stegreif. Ich habe nun zumindest begonnen, das Wichtigste in Worte zu fassen. Ich habe es bereits mehrere Male überarbeitet, und vermutlich wird es noch viel zu ergänzen und zu verbessern geben. Es ist einfach ein Schnappschuss eines unvollendeten Werkes – um einfach mal einen Anfang zu machen. Es versteht sich von selbst, dass es sich um meine persönliche Perspektive …

Kreisende Bewegungen: Rückblick auf ein Seminar

Kreisende Bewegungen: Rückblick auf ein Seminar

Einfach ein schöner Zusammenschnitt eines Seminars in Prag (und anschließend Rakovník), bei dem man auch die didaktische Methodik erleben kann. Selbst im Video noch faszinierend, und ein bisschen willkommene Bequemlichkeit heute nach den 4 1/2 Tagen Aikido-Seminar mit Yoshida Sensei (teils mit gesundheitsbedingter Vertretung) in einem schwülwarmen Dojo in Hořice und dem Wochenende davor mit Shinto Muso Ryu in Tachov.

Kuroki Sensei in Zürich

Videos: Kuroki Sensei in Zürich

Mir sind vor kurzem ein paar Videos untergekommen, die Kuroki Sensei in einem Züricher Dojo zeigen. Im Gegensatz zu anderen Lehrern führt er die Bewegungen sehr deutlich vor, und langsam genug, dass man sie sich merken kann. Er legt zudem großen Wert darauf zu zeigen, dass es viele wiederkehrende Grundmuster gibt und dass Bewegungsflüsse nicht mittendrin „abreißen“ sollten, sondern fortlaufen und dabei auf mehreren Ebenen zusammen wirken – so etwa eine leichte Torsion des Arms mit einem Aufwärtsschwung und einem Tenkan. Hier die 36 Videos:1

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Kawashi Tsuki in Rakovník

Gestern und heute war ich mal wieder auf einem Seminar in Rakovník, das, wie gewohnt, ganz hervorragend war, obwohl die Lüftung im Dojo gerade im Sommer und bei Überfüllung sehr zu Wünschen übrig lässt. Der Leiter, Kuroki Sensei, bot uns unter anderem eine neue und interessante Auslegung von Kawashi Tsuki, was der Technik Sankyo nach dem Angriff Tsuki entspricht. Hier in der Original-Nishio-Sensei-Version: Kuroki zufolge sei die Technik nicht etwa eine Reaktion auf einen Tsuki-Angriff von Uke. Es sei nämlich sehr unwahrscheinlich, dass Tori in dieser Situation, in der es auf eine schnelle Reaktion ankomme, einen Schritt nach links und dabei diese komplizierte Bewegung mit dem Schwert machen würde. Dies insbesondere, da der Angriff von Tori erst im letzten Moment erkennbar sei. Seiner Meinung nach handele es sich vielmehr darum, dass Uke versucht, Toris Tsuka zu fassen, um damit das Ziehen des Schwertes zu verhindern. Tori entzieht deshalb die Tsuka, indem er sich schnell nach rechts dreht 1. Dann liegt es natürlich nahe, das Schwert zu ziehen 2 und gleich auf Uke gerichtet zu halten. …

Seminar: Techniken als Werkstücke

11. Dezember: Aikido-Seminar mit Takashi Kuroki in Rakovník. Besonders interessant fand ich die Seitei-Iai, deren Umwandlung in Aikitoho-Iai durch Nishio Sensei uns dann erläutert wurde – zusammen mit etlichen Erklärungen, die mir das Verständnis diverser Details erleichtern. Kuroki ist ein guter Didaktiker, seine Bewegungen während der Vorführungen wirken wie ein wiederholtes Überarbeiten eines Werkstücks und erinnern oft an das eigene Experimentieren, und sie laden dazu ein, sich stets davon zu überzeugen, dass wirklich alles sitzt und mit der nötigen Konzentration und mit Nachdruck ausgeführt wird. Wie so häufig gilt auch hier die Beobachtung, dass japanische Sensei viel mehr Wert auf korrekte Ausführung und Konzentration legen, während Europäer oft ein Konditionstraining veranstalten, bei dem sich ein gutes Seminar durch die anschließende körperliche Erschöpfung der Teilnehmer auszuzeichnen scheint. Japanische Sensei legen nach meiner Erfahrung mehr Betonung auf Dehn- und Koordinationsübungen, bei denen es keinen großen Unterschied macht, ob man nun ein Muskelprotz ist oder nicht. In der Mittagspause gemeinschaftlich eine geschlagene Stunde in einem Restaurant auf das Essen gewartet. Erstaunlich, wie viele Biere so manche Teilnehmer in …