Alle Artikel mit dem Schlagwort: Nachdenkliches

Dojo im Grünen - Bild von rebeccaseung@Flickr

Wie erklärt man Budo? Ein Versuch

Es ist extrem schwierig, etwas wie Budo einem Außenstehenden zu erklären. Erst indem man es selbst teilnehmend – also gebend und nehmend – erfährt, gewinnt man einen Schatz an Bedeutungen, die allein allerdings noch kaum in Sprache zu übersetzen sind. Vielleicht liegt es daran, dass Budo selbst eine Art von Sprache ist, die im Dialog oder Selbstgespräch mit Geist und Körper vollzogen, realisiert und erlernt wird.

linux shell

Windows: unsympathisch. Linux: abschreckend. Mac: elitär.

In einem 2002 veröffentlichten Artikel beschreibt ein technisch nicht überdurchschnittlich qualifizierter Anwender, warum er Probleme hat, von Windows auf Linux umzusteigen. Der Titel ist schön gewählt: „I Hate Windows – I am Afraid of Linux“. Die Zeiten haben sich leicht geändert: Durch Linux-Installationen kann man sich zumeist einfach hindurch klicken und Windows kommt als 7 endlich mal gereifter daher.

Gedanken über ein Paradox

Wenn Nishio Sensei auch so einiges an den tradierten Aikido-Techniken verändert hat, so versucht er dadurch aber umgekehrt, zu der ursprünglichen Idee von O Sensei Morihei Ueshiba zurück zu finden. Dies geht sehr schön aus den folgenden Interviews hervor: Interview von 1984: Teil 1, Teil 2 Interview von 1992: Teil 1, Teil 2 Auffallend ist für mich immer diese seltsame Paradoxie, die mir oft bei Aikido aufgefallen ist, wenn ich die Philosophie der Gründerväter mit dem Trainingsalltag und der verbal geäußerten oder indirekt erschließbaren Einstellung zahlreicher heutiger Praktizierender vergleiche.

Zerfallendes, in Bilder gefasst

Normalerweise kommt auf diesem Blog die Kunst nicht oft zu Wort, auch wenn sie gelegentlich eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hat. Vorhin bin ich auf eine Fotoreportage gestoßen, wo mich vor allem die Bilder eines zerfallenden Sanatoriums („Beelitz“) und eines aus dem Leben gerissenen Vergnügungsparks beeindruckt haben. Es ist eine Beschäftigung mit dem Morbiden, die im Betrachten noch nicht abgeschlossen ist. Zu der Atmosphäre trägt zudem noch der geschichtliche Hintergrund dieser Stätten bei. Ein Sanatorium und ein Vergnügungspark stehen an gegensätzlichen Enden, aber dennoch beide dem Leben zugewandt. Jetzt leben sie wieder als etwas Verfallendes, Ehemaliges, aber als Bilder flüchtig bewahrt im nicht minder fragilen Internet. Orte, die einmal für Menschen geschaffen wurden, für eine Handhabung von Menschenmassen auf hohem kulturtechnischen Niveau, und zum Wohle nicht nur der Betroffenen, sondern auch der Maschinerien hinter den Kulissen – seien es Weltkriege oder Ideologien. Heilung und Vergnügen gehen hier ein Bündnis ein, indem sie die kalkulierte Verwertung des Menschen erlauben.

Selbstauferlegter Kolonialismus in der Exil-Bewegung

Demokratiebewegungen im Exil sind etwas ganz Eigenes und zudem, bei all ihrem Idealismus, oft mit seltsamen Schrullen und Eigenheiten versehen, die ihre Ursprünge vielleicht in gesellschaftlichen Gewohnheiten ihres Heimatlandes haben oder die als Folge des Migrationsschicksals entstanden sind. Burmesische Aktivisten bilden da keine Ausnahme, und schon gar keine rühmliche. Zu den in meinen Augen hervorstechendsten Seltsamkeiten unter Burmesen, sowohl im Land als auch außerhalb, gehört eine immer wieder zu beobachtende Ungleichbehandlung von Landsleuten und Menschen aus dem Westen, oder dem „globalen Norden“, wie man auch oft zu sagen pflegt. Vielleicht könnte man hier auf kulturelle Gewohnheiten schließen, die ihren Ursprung in der Kolonialzeit haben. Es erinnert mich immer daran, dass weiße Ausländer im Burmesischen unabhängig von ihrer Herkunft häufig als „Engländer“ bezeichnet werden.

Das Geheimnis sprachlicher Bilder

Eine der geläufigsten Wendungen im Deutschen ist wohl, jemandem in den Rücken zu fallen. Gestern habe ich erlebt, was es bedeutet, wenn einem wirklich jemand in den Rücken fällt. Oder zumindest hat es sich so angefühlt, als ich auf der Matte kauerte, den Kopf eingezogen, und ein ausgewachsener Aikidoka, der eigentlich als Teil der Übung hinter mir hätte „kontrolliert aufschlagen“ sollen, schwungvoll auf meinen Rücken krachte.