Aikido

Aikido, animiert

Beeindruckend. Virtualität macht auch nicht vor Domänen halt, die eigentlich realweltlicher nicht sein könnten. Heute bin ich auf Aikido3d gestoßen. Es handelt sich um ein Hilfsmittel zum Üben, also wie ein Buch oder Video. Andernfalls wäre diese Software ein groteskes Missverständnis dessen, was ich für den Kern von Aikido halte.

In einem Tester kann man sich eine Sequenz in einer Endlosschleife ansehen.

Im Tester kann man sich eine Sequenz in einer Endlosschleife ansehen.

Die Bewegungen sehen wirklich sehr realistisch aus, muss ich anerkennend sagen. Es wird einen nicht überraschen, dass es visuell sehr an 3D-Computerspiele erinnert. Man kann der Produktbeschreibung zufolge zoomen, Fußabdrücke nachverfolgen und sogar die Zentren von Uke und Nage als Spiralen interagieren sehen, wovon mir Sinn und Nutzen allerdings noch nicht ganz klar sind.

Interessieren würde mich, ob Aikido3d auch verschiedene Stilvarianten unterstützt oder ob hier gewissermaßen der Anspruch auf allgemeine Gültigkeit eines bestimmten Stils vertreten wird. Ein normativer Charakter würde mich entschieden stören, zumindest sollte dann klar gemacht werden, welche Schule hier vertreten wird. Schwert- und Stocktechniken in kleinen Häppchen zum Nachmachen wären hilfreich und sicher anschaulicher als auf Fotos oder handtellergroßen Online-Videos. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob man damit nicht etwas lernt, was der echte Sensei aus Fleisch und Blut womöglich ganz anders macht.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich lerne allgemein fast nur durch wiederholtes Üben. Das ist mit Fremdsprachen auch nicht viel anders. Eine Grammatik durchzulesen hilft bei mir wenig. In dem Sinne könnte ich mir vorstellen, Aikido3d als eine Art Nachschlagewerk zu verwenden. Zu mehr eigentlich auch nicht.