Monate: September 2009

Nonprofit: Profit im Minus

Es ist schon paradox, dass man im Nonprofit-Bereich per Definition keinen Profit machen darf, dafür aber mit betriebswirtschaftlichem Elan komplett Pleite gehen kann, oder eigentlich als Dauerzustand immer pleite ist, gewissermaßen die fortgesetzte Bauchlandung als Fortbewegungsmittel zu nutzen gezwungen ist. Wir bekommen mit unserer Organisation ab und zu Unterstützung von staatlichen Stellen, wobei nur 70 bis 80 Prozent der planmäßigen Kosten gedeckt werden. 1 Diese Kosten sind schon eine grobe Untertreibung, vor allem wenn die veranschlagte mit der wahren Arbeitszeit verglichen wird. In den letzten Wochen ging es bei mir morgens um 8 los und in der Zeit bis 1 Uhr nachts gönnt man sich am späten Nachmittag ein Mittagessen, was dann die tägliche Ruhepause darstellt, und das war’s. Am Sonntag fängt man natürlich etwas später an. Die Drittmittel muss man dem Geldgeber nachweisen, d.h. es müssen die Projektaktivitäten erbracht und die Ausgaben belegt werden, die Gelder dürfen aber nicht aus den vorhandenen Beihilfen geschöpft werden. Hier in Tschechien gibt es auch keine Spenderkultur. Zu manchen Zeiten waren wir froh, wenn die Spenden reichten, um …

Scholarz.nett

Nur selten hat mich dieser Tage eine der jüngsten Entwicklungen im Namen des Web 2.0 (wo bleibt eigentlich 2.1?) noch zu interessieren vermocht. Dem Projekt Scholarz.net allerdings ist es gelungen. Gerade beim Testen dieses als Public Beta kategorisierten Forscher-Portals kommen einem zahllose Ideen, die das immense Potential aufzeigen, die aber offensichtlich aus Kräftemangel nicht in allzu naher Zeit verwirklicht werden können. Dazu gehört auch das neue benutzerfreundliche Design, das bereits vor ein paar Monaten als Aperitif dosiert herumgereicht wurde, während sich nun die hungrigen Benutzermägen in ihrer Vorfreude aufzulösen beginnen. Zugegeben: Ich habe noch nicht meine gesamten Diss-Fragmente hochgeladen. Irgendwie bin ich dann doch zu altmodisch oder zu ängstlich. Allerdings reizt mich nicht nur der Einsatz als bibliographische Datenbank, sondern auch als Organisationsforum für das Kolloquium. Vorbei wären die Zeiten von 20-Mega-Mails mit eingescannter Lektüre und verschiedene Versionen aktualisierter Tabellen voller Veranstaltungstermine, wobei es dann die Texte den Terminen zuzuordnen gilt und sich zudem nach den Veranstaltungen oft noch eine Diskussion entfacht, die dann über beteiligte und unbeteiligte Inboxen ausgetragen wird. Also: Man darf gespannt …