Monate: Januar 2010

Selbstauferlegter Kolonialismus in der Exil-Bewegung

Demokratiebewegungen im Exil sind etwas ganz Eigenes und zudem, bei all ihrem Idealismus, oft mit seltsamen Schrullen und Eigenheiten versehen, die ihre Ursprünge vielleicht in gesellschaftlichen Gewohnheiten ihres Heimatlandes haben oder die als Folge des Migrationsschicksals entstanden sind. Burmesische Aktivisten bilden da keine Ausnahme, und schon gar keine rühmliche. Zu den in meinen Augen hervorstechendsten Seltsamkeiten unter Burmesen, sowohl im Land als auch außerhalb, gehört eine immer wieder zu beobachtende Ungleichbehandlung von Landsleuten und Menschen aus dem Westen, oder dem „globalen Norden“, wie man auch oft zu sagen pflegt. Vielleicht könnte man hier auf kulturelle Gewohnheiten schließen, die ihren Ursprung in der Kolonialzeit haben. Es erinnert mich immer daran, dass weiße Ausländer im Burmesischen unabhängig von ihrer Herkunft häufig als „Engländer“ bezeichnet werden.

Das Geheimnis sprachlicher Bilder

Eine der geläufigsten Wendungen im Deutschen ist wohl, jemandem in den Rücken zu fallen. Gestern habe ich erlebt, was es bedeutet, wenn einem wirklich jemand in den Rücken fällt. Oder zumindest hat es sich so angefühlt, als ich auf der Matte kauerte, den Kopf eingezogen, und ein ausgewachsener Aikidoka, der eigentlich als Teil der Übung hinter mir hätte „kontrolliert aufschlagen“ sollen, schwungvoll auf meinen Rücken krachte. Viele Erleuchtungen gehen eben doch, ganz intuitiv, vom Rückrat aus. Und bei der Gelegenheit hätte sich dann auch fast erwiesen, was „aus dem Bauch heraus“ heißt.