Monate: April 2010

Zerfallendes, in Bilder gefasst

Normalerweise kommt auf diesem Blog die Kunst nicht oft zu Wort, auch wenn sie gelegentlich eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hat. Vorhin bin ich auf eine Fotoreportage gestoßen, wo mich vor allem die Bilder eines zerfallenden Sanatoriums („Beelitz“) und eines aus dem Leben gerissenen Vergnügungsparks beeindruckt haben. Es ist eine Beschäftigung mit dem Morbiden, die im Betrachten noch nicht abgeschlossen ist. Zu der Atmosphäre trägt zudem noch der geschichtliche Hintergrund dieser Stätten bei. Ein Sanatorium und ein Vergnügungspark stehen an gegensätzlichen Enden, aber dennoch beide dem Leben zugewandt. Jetzt leben sie wieder als etwas Verfallendes, Ehemaliges, aber als Bilder flüchtig bewahrt im nicht minder fragilen Internet. Orte, die einmal für Menschen geschaffen wurden, für eine Handhabung von Menschenmassen auf hohem kulturtechnischen Niveau, und zum Wohle nicht nur der Betroffenen, sondern auch der Maschinerien hinter den Kulissen – seien es Weltkriege oder Ideologien. Heilung und Vergnügen gehen hier ein Bündnis ein, indem sie die kalkulierte Verwertung des Menschen erlauben. Die Bilder vom Olympiadorf sind ernüchternd in der Weise wie sie mich an bestimmte Aspekte …

Community Informatics als Alternative zum Cyber-Optimismus

Sicherlich ist eine Neuverortung Virtueller Gemeinschaften bezüglich ihrer Bedeutung, Zugänglichkeit und Interaktion mit physischen Gemeinschaften notwendig, da sich das gesamte Forschungsfeld erst noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet und einer Welle von Cyber-Optimismus und -Pessimismus in den 80er und 90er Jahren nun eine Phase mehr pragmatischer Betrachtung folgen kann. Gerade mit Blick auf diasporische Gemeinschaften und Migration sollte unbedingt im Auge behalten werden, dass CMC hier zwar eine sehr wichtige und einzelartige Rolle spielt, dass diese aber ganz eindeutig eine wechselseitige Beziehung zu realweltlicher Kommunikation und sozialer Interaktion eingeht, welche beide Formen verändert, neue Synergien zulässt und sicherlich auch Neues entstehen kann. Es kommt zudem auch meinen persönlichen Vorlieben entgegen, das emanzipatorische Potential dieser Sichtweise zum Nutzen benachteiligter Bevölkerungsgruppen nutzbar zu machen. Im Internet gibt es ein ganzes Buch zum Thema als PDF: Gurstein, M. (2007). What is Community informatics? (And Why Does It Matter), Polimetrica, Milan.