Budo

Selbstzweck

Martial Arts, Kampfkünste: „Kunst“ auch deshalb, weil sie so herrlich sinnlos sind. Eigentlich reiner Selbstzweck mit wesentlichem Effekt für Körper und Geist, für einen selbst. Ewig langes Polieren von Bewegungsabläufen. Etwa Jo gegen Shinken: Selten wird einem diese Situation im Leben begegnen, und vermutlich würde man dann doch anders reagieren als in den Katas geübt wird. Vielleicht einfach drauf los dreschen, auf die Ästhetik verzichten. Aber, wer weiß. Vielleicht schafft man es dann sogar das erste Mal mit perfektem Kiai.

Erstaunlich ist für mich immer wieder, wie viel Geduld und Hingabe man letztendlich in dieses „Hobby“ steckt. Jeder Modellbahnbauer hat irgendwann nach immensem Zeitaufwand und einem über Jahre aufgebauten Erfahrungsschatz seine Modellbahnanlage, ganz nach seinen Vorstellungen. Der Freizeitprogrammierer hat sich einen bestimmten Ruf in einem komplexen Open Source Projekt entwickelt und ein bestimmter Teil des Codes stammt von ihm. Im Budo hat man nichts Materielles, nichts was man ausdrucken kann. Diese Ausweise von irgendwelchen Dachverbänden sagen zumeist auch nicht so viel aus über das, was der jeweilige Besitzer über die Jahre hinweg in sich entwickelt hat. Manche Dan-Träger werden im Dojo wieder zu Teenagern.

Aber wie sieht es im Budo wirklich aus?