Budo

Durch die Lücken unseres Geistes

Die Bewegungen von Kuroda Tetsuzan sind wirklich erstaunlich. Präzise und absolut schnell. Da ich (momentan?) kein klassisches Kejutsu/Bujutsu/Iaido mache, kann ich über die Techniken nicht viel sagen. Beeindruckend ist es trotzdem.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=uJ3BANjtuu0[/youtube]

Diese Kampfkunst wird zwar nicht im Geheimen praktiziert, allerdings doch nur sehr begrenzt weiter gegeben, im Kern immer an die Kuroda-Familie gebunden. Ich stelle es mir wie das krasse Gegenteil von Aikido vor, das ja nun wirklich in seiner Ausbreitung die größtmöglichen Variationen entwickelt hat und wo der bloße Name noch nicht für eine bestimmte Ausführung der Techniken oder eine bestimmte Grundauffassung bürgt.

Dann ein Stück, das wie ein Mitschnitt einer Trainingsstunde aussieht. Meine Empfehlung: Die Kata ab 1’50“ ansehen. Bei 1’53“ ist Kuroda Sensei dermaßen schnell, dass es mir nicht gelingt, seine komplexe Bewegung zu erfassen! (Man sieht sie aber dann woanders langsamer.)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=lfqjFRb6UTI[/youtube]

Und weil es so überirdisch ist, hier noch eine kleine Kuriosität. Etwa bei 2’20“ fängt im nächsten Film eine Demonstration an, die auf mich etwa so wirkt wie wenn man den Arm zu einer Peitsche umfunktioniert, an dessen Ende sich ein Körperteil befindet. Das ließe sich vermutlich anhand der Bewegungsfreiheiten der Gelenke, der Trägheit der einzelnen beweglichen Segmente des Körpers und der Lage ihrer Schwerpunkte als ein komplexes System erklären, auf das in richtiger Weise an einer bestimmten Stelle ein Kraftimpuls ausgeübt wird, der sich dann eben bis zu einer anderen Stelle hin fortpflanzt.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Ti1AE2kMlb4[/youtube]

Es sieht seltsam aus, aber für mich durchaus glaubhaft. Mir erschien es immer etwas verdächtig, wenn in manchen Budo-Arten durch Ki-Projektionen irgendein Gegner in die Knie gezwungen wurde und man nie so genau wusste, wie weit jetzt die Kooperation des anderen notwendig war. Nun gut, das ist natürlich Geschmackssache und vielleicht lande ich in zwanzig Jahren auch bei den magischen Ki-Schockwellen. Man weiß ja nie.