Monate: September 2011

Happy World – ein genialer Film über das absurde Birma

Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage in Birma vergisst man immer wieder, wie absurd sehr vieles dort eigentlich ist. Angefangen mit den Geldscheinen, deren Werte für einige Zeit lang Vielfache der Zahl Neun waren, über kostspielige Entscheidungen auf Staatsebene, die auf Anraten von Astrologen gefällt wurden, bis hin zu abergläubischen Versuchen, die Macht von Suu Kyi zu neutralisieren1 – es braucht den scharfen Blick und den Humor von Gaël Bordier und Tristan Mendès-France, um diese komischen Seiten so treffend darzustellen, wie hier in dem Film geschehen. Der Title, der sich von dem Namen eines dortigen „Vergnügungsparks“ ableitet und der höchst ironisch die Propaganda des Regimes zu zitieren scheint, wenn er von einer Glücklichen Welt spricht, ist meiner Ansicht nach ebenso gut gewählt. Nach ein paar offenbar erfolglosen Versuchen, den Film auf den Markt zu werfen2, steht er nun als multimediales und interaktives Projekt zur Verfügung:   Für diejenigen, die der Hintergrund von „Happy World“ interessiert, hier noch ein kurzes Interview mit den Machern – mit netter Pointe am Schluss: Gelungen ist auch der „Censurator„, wo man für …

Windows: unsympathisch. Linux: abschreckend. Mac: elitär.

In einem 2002 veröffentlichten Artikel beschreibt ein technisch nicht überdurchschnittlich qualifizierter Anwender, warum er Probleme hat, von Windows auf Linux umzusteigen. Der Titel ist schön gewählt: „I Hate Windows – I am Afraid of Linux“. Die Zeiten haben sich leicht geändert: Durch Linux-Installationen kann man sich zumeist einfach hindurch klicken und Windows kommt als 7 endlich mal gereifter daher. Auch diese ständigen Updates, die in dem erwähnten Artikel als Argument gegen Linux angeführt werden, halte ich für kein Problem mehr. Das betrifft nicht minder Windows und sie lassen sich gut verdeckt im Hintergrund erledigen. Und vor allem dient der Aufwand eben oft der Sicherheit. Trotzdem sehe ich persönlich aber immer noch einige Probleme, wo sich nicht viel verändert hat. Obwohl ich fast ausschließlich Mac OS X benutze, ist mir bei Apple dieses ständige Gefühl des Ausgeliefertseins (Stichwort „Vendor Lock-In“) ausgesprochen unangenehm. Das fängt schon damit an, dass die Dokumentationen von Apple konstant zu den schwächsten gehören, die ich je für Software gefunden habe. Lassen sich also Transparenz und Auswahlmöglichkeiten mit einer Benutzerfreundlichkeit für technisch nicht …

Murphy’s Law: ganz (un)kämpferisch

Ein kleines Experiment: Inspiriert und ermutigt vom Macher von Mikka Bouzu habe ich kurzerhand Anfang des Monats ein eigenes Projekt online gestellt: Murphy’s Law of Budo. Murphy hat zwar schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, aber so ganz ausgeschöpft sind seine Gesetze im Bereich Budo offenbar noch nicht. Die neuen „Weisheiten“ werden wöchentlich Stück für Stück veröffentlicht. An Nachschub dürfte es so schnell nicht mangeln.

Kawashi Tsuki in Rakovník

Gestern und heute war ich mal wieder auf einem Seminar in Rakovník, das, wie gewohnt, ganz hervorragend war, obwohl die Lüftung im Dojo gerade im Sommer und bei Überfüllung sehr zu Wünschen übrig lässt. Der Leiter, Kuroki Sensei, bot uns unter anderem eine neue und interessante Auslegung von Kawashi Tsuki, was der Technik Sankyo nach dem Angriff Tsuki entspricht. Hier in der Original-Nishio-Sensei-Version: Kuroki zufolge sei die Technik nicht etwa eine Reaktion auf einen Tsuki-Angriff von Uke. Es sei nämlich sehr unwahrscheinlich, dass Tori in dieser Situation, in der es auf eine schnelle Reaktion ankomme, einen Schritt nach links und dabei diese komplizierte Bewegung mit dem Schwert machen würde. Dies insbesondere, da der Angriff von Tori erst im letzten Moment erkennbar sei. Seiner Meinung nach handele es sich vielmehr darum, dass Uke versucht, Toris Tsuka zu fassen, um damit das Ziehen des Schwertes zu verhindern. Tori entzieht deshalb die Tsuka, indem er sich schnell nach rechts dreht 1. Dann liegt es natürlich nahe, das Schwert zu ziehen 2 und gleich auf Uke gerichtet zu halten. …