Aikido

Kawashi Tsuki in Rakovník

Gestern und heute war ich mal wieder auf einem Seminar in Rakovník, das, wie gewohnt, ganz hervorragend war, obwohl die Lüftung im Dojo gerade im Sommer und bei Überfüllung sehr zu Wünschen übrig lässt. Der Leiter, Kuroki Sensei, bot uns unter anderem eine neue und interessante Auslegung von Kawashi Tsuki, was der Technik Sankyo nach dem Angriff Tsuki entspricht. Hier in der Original-Nishio-Sensei-Version:

Kuroki zufolge sei die Technik nicht etwa eine Reaktion auf einen Tsuki-Angriff von Uke. Es sei nämlich sehr unwahrscheinlich, dass Tori in dieser Situation, in der es auf eine schnelle Reaktion ankomme, einen Schritt nach links und dabei diese komplizierte Bewegung mit dem Schwert machen würde. Dies insbesondere, da der Angriff von Tori erst im letzten Moment erkennbar sei.

Seiner Meinung nach handele es sich vielmehr darum, dass Uke versucht, Toris Tsuka zu fassen, um damit das Ziehen des Schwertes zu verhindern. Tori entzieht deshalb die Tsuka, indem er sich schnell nach rechts dreht 1. Dann liegt es natürlich nahe, das Schwert zu ziehen 2 und gleich auf Uke gerichtet zu halten. Uke wird dann vermutlich einen Schritt zurück machen und Tori folgt mit der Schwertspitze in der bekannten 180-Grad-Körperdrehung.

Eine Folge dieser in meinen Augen sehr stichhaltigen Interpretation wäre dann, Kuroki zufolge, dass in der Kata zunächst die Tsuka nach hinten bewegt wird und erst dann das Schwert gezogen; also nicht bereits zuvor als Schutz gegen Ukes Schwert.

Ein abschließendes Wort noch zu der Assoziierung mit dem Tsuki-Angriff: Ich sehe da kein Problem, auch Kurokis Erklärung mit Tsuki Sankyo zu verbinden, da ja auch das Greifen nach der Tsuka wie ein waagerechter Schlag ausgeführt wird, wenn auch niedriger als in der Aikido-Technik, wo man mit einem Arm per Atemi unter den Arm von Uke geht.

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  1. evt. verbunden mit einem Schlag der Saya in Ukes Beingegend (von mir hinzugefügt)
  2. die Saya dann natürlich wieder ein Stück zurück nach links