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Happy World – ein genialer Film über das absurde Birma

Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage in Birma vergisst man immer wieder, wie absurd sehr vieles dort eigentlich ist. Angefangen mit den Geldscheinen, deren Werte für einige Zeit lang Vielfache der Zahl Neun waren, über kostspielige Entscheidungen auf Staatsebene, die auf Anraten von Astrologen gefällt wurden, bis hin zu abergläubischen Versuchen, die Macht von Suu Kyi zu neutralisieren1 – es braucht den scharfen Blick und den Humor von Gaël Bordier und Tristan Mendès-France, um diese komischen Seiten so treffend darzustellen, wie hier in dem Film geschehen. Der Title, der sich von dem Namen eines dortigen „Vergnügungsparks“ ableitet und der höchst ironisch die Propaganda des Regimes zu zitieren scheint, wenn er von einer Glücklichen Welt spricht, ist meiner Ansicht nach ebenso gut gewählt.

Nach ein paar offenbar erfolglosen Versuchen, den Film auf den Markt zu werfen2, steht er nun als multimediales und interaktives Projekt zur Verfügung:

 

Für diejenigen, die der Hintergrund von „Happy World“ interessiert, hier noch ein kurzes Interview mit den Machern – mit netter Pointe am Schluss:

Gelungen ist auch der „Censurator„, wo man für jeden Twitter-Account eine witzig „zensierte“ Fassung erstellt bekommt – und so sieht mein Account aus, wenn man ihn zensiert.

Zum Abschluss gibt es ein paar Bilder aus dem Press-Kit:

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Show 2 footnotes

  1. Da gibt es noch andere Gerüchte: Der frühere Diktator Khin Nyunt soll sich als Frau gekleidet haben und dann, wenn seine Bedienstete ihn riefen, mit „schin?“ geantwortet haben, also grammatikalisch den Sprecher als Frau markierend. Ich habe momentan die Quelle nicht parat.
  2. Vermutlich nicht zuletzt deshalb, weil die Wahlen im letzten Jahr die Situation um eine weitere Fassade bereichert und somit verkompliziert haben.