Sonstiges
Schreibe einen Kommentar

Erfahrungen mit dem neuen Flattr

Flattr Dashboard Creator

In einem früheren Beitrag hatte ich das neue Flattr (alias Flattr 2.0) vorgestellt. Nach rund zwei Monaten als Contributor (Spender) und Creator (Empfänger von Spenden) auf Flattr ist es nun an der Zeit, meine ersten Eindrücke zusammenfassen.

Was mir gefiel

Die Bedienung ist einfach

Flattr ist wirklich „set and forget“. Hin und wieder muss ich in der Browser-Erweiterung eine Website aktivieren oder deaktivieren, das ist alles. Dies ist wirklich ein großer Vorteil, wenn es darum geht, die breite Masse zu gewinnen.

Es ist ein gutes Gefühl

Flattr füllt eine Lücke, wo ich bislang nichts Adäquates gefunden habe. Ich würde ganz sicher nicht regelmäßig eine Liste von besuchten Websites durchgehen, um dann die zugehörigen Paypal-Accounts ausfindig zu machen und jedem einen kleinen Betrag zu schicken.

Mich stört immer diese Einstellung, dass im Internet alles kostenlos verfügbar sein muss. Im Supermarkt, in der Kneipe und im Elektronikkaufhaus wird für eine Leistung bezahlt, aber wer „Informationen“ verarbeitet oder geistige Produkte erstellt, der kommt hier einfach zu kurz.

So gesehen ist es ein gutes Gefühl, solche Leute und Projekte ohne viel Aufwand regelmäßig unterstützen zu können.

Verbesserungswürdiges und Entwicklungsfähiges

Registrierte Creators sind rar

Bislang verteilt sich das Geld auf ganz wenige Empfänger. Das sind bei mir vor allem:

Mir fehlt einfach die Möglichkeit, die es beim früheren Flattr gab, interessante registrierte Creators zu entdecken. Vielleicht will Flattr die Gesamtzahl nicht offenlegen, weil sie (noch) nicht sehr werbewirksam ist, aber es gäbe doch auch andere Wege, so etwa eine kuratierte Liste oder nur die 100 erfolgreichsten Creators.

Momentan bekommt also Wikimedia den Mammutanteil meiner Flattrs. Dagegen ist nicht viel einzuwenden, weil ich auch oft Wikipedia benutze.

Die Liste der vorab aktivierten Domains ist wenig sinnvoll

Überhaupt nicht anfreunden konnte ich mich mit der „Whitelist“ der vorab aktivierten Domains. Ein Gutteil davon sind riesige Konzerne, für die ein paar symbolische Spenden einfach nicht relevant sind und für die meine Cents zudem zu schade sind.

Ich bin ohnehin fast andauernd am manuellen Aktivieren und Deaktivieren von Domains. Eine Übereinstimmung mit der Liste ist eher eine Seltenheit.

Alternativen wären:

  • Die Liste enthält alle oder die bedeutsamsten Creators, die tatsächlich registriert sind.
  • Die Liste enthält nur Domains wie YouTube, Twitter usw., wo kein flattr:id1
  • Es gibt keine Liste. Ich entscheide manuell, was ich berücksichtigen möchte.

Die Einnahmen sind gering

Dies kommt nicht wirklich als Überraschung: Die monatlichen Einnahmen bewegen sich in Bereichen unter einem Euro. Es ist mir klar, dass ich momentan vor allem ein Unterstützer bin. Wenn es mir darum geht, Geld zu verdienen, dann sind andere Quellen wesentlich ertragreicher.

Die Anzahl der Contributors hängt natürlich mit der Anzahl der Creators zusammen wie die berühmte Henne mit dem Ei. Wenn das eine steigt, dann auch das andere.

Das Dashboard ist verbesserungsfähig

Auf dem Dashboard sind alle Flattrs in einer langen Liste aufgeführt, ob sie nun zählen (weil der Inhaber registriert ist) oder nicht. Mir ist klar, dass auch nicht-registrierte Domains zunächst verarbeitet werden müssen, da sich der Inhaber noch innerhalb der 30 Tage bis zur Verteilung der Spende registrieren könnte. Allerdings sollte es dort einen Filter geben, um nur zu sehen, was nach jetzigem Stand relevant ist.

Geradezu unsinnig finde ich, dass auf dem Contributor Dashboard sogar meine eigenen Domains aufgeführt werden. Schließlich ist es ausgeschlossen, dass ich an mich selbst spende.

Es ist unklar, wie sich Flattr entwickelt

Flattr antwortet sehr zügig auf Anfragen, allerdings sieht es auf dem Blog eher still aus. Der letzte Beitrag dort ist mittlerweile über ein halbes Jahr alt. Nicht viele Leute wollen jedoch zu einem Service beitragen, bei dem nicht ganz sicher ist, dass er noch aktiv ist.

Wenn Flattr Fuß fassen will, muss es entschieden mehr von sich hören lassen

Fazit: Wie geht es weiter?

Der monatliche Beitrag ist gering und die Spenden landen bei Empfängern, die sie verdient haben. Die Sache ist auf jeden Fall sinnvoll. Ob Flattr noch an Fahrt gewinnt, weiß ich nicht. Selbst wenn nicht, dann erfüllt es seinen Zweck, so lange es existiert.


Show 1 footnote
  1. im HTML, z.B. <meta name=flattr:id content=421gql>

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.