Alle Artikel mit dem Schlagwort: Praha

Prag im Herbst - Tor

Das magische Prag

Prag ist ein Ort der Magie. In kaum einer anderen Stadt trifft man auf eine solche Fülle an bezaubernden Bildern, verborgenen Gassen und Tälern, finden sich prächtige Villen und geheimnisvolle Bauten aus vielen Jahrhunderten, die kaum auf einer Karte zu erfassen sind, geschweige denn in Worten zu beschreiben. Eine Erkundung durch Prag ist ein Unternehmen ohne Ende. Prag birgt somit aber auch die Gefahr, sich hier in den endlosen und atemberaubenden Details zu verlieren und den Rest des Landes nicht mehr wahrzunehmen. Wie der Bote in Kafkas Parabel „Eine Kaiserliche Botschaft“ verliert sich der Betrachter in der labyrinthischen Stadt. Der Bote ist immer unterwegs, und vielleicht würde sein Eintreffen bereits die Botschaft zunichte machen, handelt ihr Inhalt, gesendet vom sterbenden Kaiser, doch vielleicht gerade von der Unendlichkeit.

Leuchtturmwärter in Prag

Zum 10-jährigen Jubiläum einer deutschsprachigen Zeitung in Prag wurden ehemalige externe Mitarbeiter, die über das ifa dort gewesen waren, dazu aufgefordert, einen Rückblick zu schreiben. Offenbar waren nicht genügend von ihnen dazu bereit, denn die Idee wurde letztendlich nicht umgesetzt. Vielleicht hatten sich einfach auch zu viele Ehemalige negativ über ihre Zeit dort geäußert, so wie es zumindest in Gesprächen mit ihnen immer der Normalfall gewesen war.

Shinto Muso Ryu-Seminar in Prag

Am Samstag und Sonntag habe ich mich bequemlichkeitshalber in ein SMR-Seminar geschleust, das nicht weit von meinem Zuhause stattfand und daher meiner Aversion gegen überstürztes morgendliches Aufstehen sehr entgegen kam. Der Leiter, Patrik, ist ein guter Didakt, dessen allgemeine Auffassung von Budo mir zudem persönlich nahe liegt, und dank Zdeněks Training war ich auch gut vorbereitet und wusste immer, wann ich wen wohin zu treffen hatte.

Mich packt das Grauen: Kreischende und knödelnde Stimmen im Park

In etwa zehn Minuten gelange ich von hier in den Park Stromovka, der nicht nur von seiner Anlage her sehr schön ist, sondern sich auch gut zum Wiederholen von Seltsamkeiten der Sorte Suburi, Kihon und Kata eignet, da man zumindest im abgelegeneren Bereich gut Platz findet. Es geht dabei nicht nur um einen Sicherheitsabstand zu Joggern und Spaziergängern, sondern ganz einfach darum, dass ich mich bei den Übungen konzentrieren muss. Also darf da kein kläffender Köter um einen herum springen, ich brauche Ruhe vor Frisbees, Fußbällen und Gaffern mit erschlaffter Kiefermuskulatur. In dem Biergarten vor dem historischen Messegelände, dessen linker Flügel abgebrannt ist und nur noch aus einem länglichen Zelt besteht, wird ein seltsames Gemisch an Veranstaltungen geboten: Manchmal hört man Dialoge und die knisternde Tonspur alter tschechische Filme oder es läuft ein Programm für Kinder und Kindgebliebene, zumeist aber legt ein DJ vor ratlosen Gästen Techno auf. Heute spielten ein Gitarrist und ein Cellist, und einer von beiden sang, es klang so etwa wie melancholischer Folk, und es klang ziemlich gut. Ich blieb eine …

Auf dem Weg nach ganz weit weg: Zwischenbilanz eines externen Doktoranden

Nach rund einem halben Jahrzehnt an teils begeistertem, teils eher zähflüssigem Engagement für die Wissenschaft, für die Karriere und für die Eigenfinanzierung, wage ich hier nun einen ersten geordneten Rückblick. Auf einer scheinbar unendlich langen Geraden wirkt jeder Punkt willkürlich, und so hätte ich dies hier wohl auch vor x, oder erst in y Jahren schreiben können. Neben selbsttherapeutischen Motiven und der Genugtuung einer genüsslichen Aufrechnung, möglicherweise und hoffentlich voll sarkastischen Selbstmitleids, könnten diese wirren Worte wohl daneben auch der gütigen Belehrung ähnlich Betroffener dienen, oder eher noch meiner Selbstverteidigung angesichts der Diskrepanz zwischen Erwartungen und Leistungen, oder viel mehr noch der Heraufbeschwörung eines Gefühls der Solidarität zwischen ähnlich vorläufig Gescheiterten an den Anforderungen externen Doktorandentums. Nach dieser Einleitung zum Zwecke der Leserführung komme ich nun endlich zur Sache: 1. Finanzen und Zeit Beruflich stecke ich in einer gemeinnützigen Organisation, die ich selbst mit aufgebaut (sprich: verbockt) habe und aus der ich also nicht so einfach weg kann oder will. Da sie per Gesetz keinen Gewinn machen darf, leben wir Beteiligte je nach Laune der …