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Berge in den Vogesen

Zwischen dort und hier

Inzwischen sind es rund vier Jahre, dass ich in Frankreich lebe. Ehrlich gesagt hätte ich die Zeit länger geschätzt. Es war eine ruhelose Zeit, könnte man sagen. Auf jeden Fall war es eine lohnende Zeit. Ich habe viel zurück gelassen, viel, das ich mir in Jahren und Jahrzehnten aufgebaut hatte, um viel zu gewinnen, aber auch viel neu aufbauen zu müssen. In vielerlei Hinsicht immer wieder von vorne zu beginnen, war vielleicht der schwierigste Aspekt daran gewesen. Für mich mit einem früheren Fokus auf Mittel- und Osteuropa, auf Myanmar und auf Japan, war die Wendung um 180° in Richtung Westen ein Sprung in ein eher unbekanntes Wasser gewesen. Und nun liegt auch mein früherer Rückblick auf die Gegenwart schon über drei Jahre zurück. Frankreich gehört eigentlich zu den bekannteren Ländern, und nicht zuletzt sind auch die Franzosen bestrebt, ihre kulturellen Eigenheiten zum globalen Allgemeinwissen zu machen. La Grande Nation soll auch heute noch eine Strahlkraft bis weit jenseits ihrer Grenzen ausüben. Trotz allen realen oder stereotypischen Vorabwissens habe ich das Land jedoch als etwas überraschend …

Deutsche Waffenlieferungen an Burma: Ware angekommen, Verantwortung unterwegs verloren gegangen?

Ein Nachtrag zum Thema, allerdings wieder ein paar ältere Sachen, die ich hier nur erwähne, damit sie nicht bloß auf meinem Computer herumliegen. Zum einen ein Bericht von MONITOR mit dem Titel “Birma – Deutsche Waffen für die Militärdiktatur” vom 25.10.2007. Er ist hier zu finden, und hier lässt sich auch das Manuskript als PDF herunterladen. Dem ist von meiner Seite aus nichts mehr hinzuzufügen. Zweitens, zum Vergleich, 13 Jahre davor: Burma Issues report on German involvement in Burma vom 18. Januar 1994.

Ein kritischer Blick auf Deutschland und sein Verhältnis zu einer Militärdiktatur

In einem Dokument vom 4. Oktober 2007 beschreibt die Organisation PRO ASYL unter dem Titel “Deutscher Umgang mit birmanischen Flüchtlingen: Das Auswärtige Amt schrieb die Verhältnisse schön”, dass in den vorangegangenen Monaten zunehmend Flüchtlinge aus Burma im Asylverfahren abgelehnt wurden, und fordert die Abkehr von der zunehmend restriktiven und unmenschlichen Entscheidungspraxis. Bezeichnend ist diesem Bericht zufolge, dass in der deutschen (aber sicher nicht nur hier) Asylverweigerungspraxis davon ausgegangen wird, dass burmesische Asylbewerber von ihrer Justiz und Polizei im Fall einer Abschiebung und Rückkehr nichts zu befürchten hätten, was mit Blick auf die Vorgänge in burmesischen Gerichten, Gefängnissen und Polizeistationen an sich schon eine äußerst zweifelhafte Einschätzung ist. Ein Anwalt der Organisation Burma Lawyers’ Council hat auf meine Anfrage hin bestätigt, dass allein schon das längerfristige (also je nach Auslegung der unter politischem Druck agierenden Gerichte) Verlassen seines Landes zu einem Verlust der burmesischen Staatsbürgerschaft führen kann: Articles 16 and 17 of the Burma Citizenship Law state that citizenship will be revoked for “[a] citizen who leaves the state permanently.” […] Unfortunately, there are no clear …