Alle Artikel mit dem Schlagwort: Zensur

ACTA – verhaltener Protest

Man rühmt sich in Europa gerne, dass die Demokratie ihre Wiege bei uns habe. So richtig aktiv ist sie hier aber nicht immer, und das liegt nicht nur an übermächtigen Konzernen und bösen Machthabern, sondern auch daran, dass es vielen Menschen hier eigentlich ganz gut gefällt, wenn jemand über ihnen thront und für sie das Denken und Entscheiden übernimmt. ACTA ist so ein Fall, der sicherlich mehr Aufmerksamkeit und Aktivität der Betroffenen verdient hat. Hier also, als erster und bescheidener Beitrag von mir, ein Video – anscheinend von Anonymous (vermutlich die momentan erfolgreichste nichtkommerzielle Marke). Aktualisierung Am 11.2. findet ein Protesttag statt – dort findet sich auch eine Petition. Eine weitere gibt es bei Avaaz. Hier ist noch ein Video zum Thema:

Invertiert reproduzierte Internetzensur

Seit einigen Wochen versuche ich vergeblich, die Seiten der burmesischen Exilzeitung Mizzima zu öffnen. Was ich dann zu sehen bekomme, ist folgendes: Zunächst bin ich von Instandhaltungsarbeiten oder einem erneuten DDoS-Angriff ausgegangen, der diese Seiten außer Betrieb gesetzt hat. Dann schließlich habe ich mich gestern abend bei dem Chefredakteur erkundigt, ob bei ihnen alles in Ordnung ist – Gründe könnten ja auch finanzielle Schwierigkeiten oder Probleme mit den indischen Behörden sein. Was ich heute Morgen in der Antwort zu lesen bekam, verschlug mir dann doch den Atem: Angeblich hätten sie viel Spam aus der Tschechischen Republik bekommen und daher kurzerhand das ganze Land blockiert. Über einen hohen Anteil von Spamern hier ist mir nichts bekannt, zumal dazu theoretisch ein vireninfizierter Computer irgendwo auf der Welt reicht. Mitteleuropa ist zudem nun auch kein rechtsfreier Raum. Wenn im Internet eine getrennte Behandlung nach Nationalstaaten durchgeführt wird, dann frage ich mich, was außer nationaler Gesetzgebung, die innerhalb der EU innerhalb gewisser Grenzen verlaufen sollte, den ausschlaggebenden Unterschied ausmachen könnte. Der Chefredakteur hat mir in seiner Antwort freundlicherweise angeboten, …

Quantum of Hypocrisy …

Pünktlich zum Tag der Menschenrechte gibt es verschiedene Aktionen, zum Beispiel sehr benötigte gegen einen in manchen Gebieten auffällig starken Rassismus. In Europa fühlen sich nur wenige Leute von diesem Begriff angesprochen, in einigen Ländern spricht man lieber von „Ausländerfeindlichkeit“, um die historische Dimension zu vermeiden, oder von „Xenophobie“, was ein wenig danach klingt, als ob die Xenophoben die eigentlichen Opfer wären, schwach und verwundbar, unglücklich phobisiert, schicksalhaft das Fremde fürchtend wie andere vielleicht Spinnen oder enge Räume. Es ist schon oft treffend bemerkt worden, dass sich diese Furcht vor dem Fremden häufig nicht auf Urlaubsreisen, in Fernost produzierte Unterhaltungselektronik oder Popmusik bezieht. Sicher ist die gegenwärtige Situation und die weltweite Geringschätzung der Menschenrechte nicht zuletzt auch eine Folge dessen, wie mit ihnen im öffentlichen Diskurs umgegangen wird, wozu sie gemacht werden, und nicht zuletzt auch bei uns und von denen, die sich eigentlich, wenn man sie beim Wort nimmt, zu ihnen bekennen. Anfänglich handelt es sich bei ihnen um nicht mehr als um verbale Äußerungen, geboren aus einer realen Betroffenheit, deren Wirklichkeitsbezug aber Tag …