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Definition von Zuhause

Zuhause ist dort, wo man sich nicht sagen lassen muss: Wenn es dir nicht gefällt, dann kannst du ja gehen.   Diese Definition ist mir gerade eingefallen. Sie ist sicher nicht erschöpfend, aber sie steht neben zwei weiteren, die ich sehr treffend finde:   Zuhause ist dort, wo man sich nicht erklären muss.   – vielleicht die bekannteste und treffendste Definition.   Zuhause ist dort, wo man sich am meisten über die Politik ärgert.   – eine Weisheit von meiner Großmutter.   Zum Teil sind die Ergebnisse dieser Definitionen mehrdeutig oder widersprüchlich. Aber darin besteht eben auch ihre Stärke, dass sie nichts reduzieren. Die Suche nach weiteren Definitionen geht natürlich weiter.   Photo by PIRO4D (Pixabay) Tags Places Tschechien Culture and Society Migration

Eine kurze Betrachtung des Fremden in Prag

Prag. Wenn ich über Prag nachdenke, muss ich zuerst eine dicke Schicht an Kitsch beiseite schieben, die von wohlmeinenden Besuchern, Suchenden nach einer heilen Welt auf Böhmisch, und auch den Einheimischen in einer erfolgreichen Selbststilisierung angereichert wurde. Wenn man Bier, Knödeln, Weihnachtsmärkten und einer etwas verschrobene Lebensart, ähnlich dem bayerischen „Mir san mir“, eine Absage erteilt, hat man sich schon überall Feinde gemacht. Böhmen ist so eine Art unantastbares Elysium. Prag ist eine Großstadt, Hauptstadt, Metropole. Daran will ich es messen, nicht an Švejk-Bierstuben und den ewigen Promofotos von der Burg im Morgendunst, Idylle über Idylle, und alles ist nicht nur schön, es ist das Schönste der Welt, wie auch das tschechische Bier das beste Bier der Welt sein muss, sonst ist alles verloren. Mir geht es gar nicht darum, irgendwelche Ranglisten umzustoßen, sondern einfach diese Notwendigkeit, die Nummer Eins zu sein, und zwar die Nummer Eins als Dogma. Da wird nichts Anderes probiert, da wird auch nicht die alternative Meinung willkommen geheißen, weil sie von einer Vielfalt zeugt und von der Bevorzugung der Menschen …

Sprachverwirrung und Unzuständigkeit

Supportanfrage an Huawei, auf Englisch. Bei unserem neuen Router kann ich in der Administration eine bestimmte Funktion nicht finden, also möchte ich gern wissen, ob es sie überhaupt gibt. Auf der Webseite von Huawei muss ich für die Übermittlung der Anfrage zunächst eine Region auswählen. Wir haben unser Büro in Prag, und zudem haben wir das Gerät vom tschechischen Vodafone bekommen: Also wähle ich „Czech Republic“.

Stromovka Prag Schnee, Šlechtovka

Bilanz

Nach fast zwanzig Jahren, die ich in das Erlernen der Tschechischen Sprache investiert habe, werde ich nun immer häufiger für einen tschechischen Muttersprachler gehalten, der Probleme hat, sich auszudrücken. Tags Culture and Society Sprache0Tschechisch

Tresorit: Daten sicher, aber zu Schweizer Preisen

Tresorit ist ein relativ neuer Akteur auf dem Markt der Cloud Storage Dienste. Seine Angebote sind zwar bereits seit April 2014 verfügbar, allerdings sind sie wohl erst durch den Fortfall von Wuala in das Zentrum des allgemeinen Interesses gerückt. Trotzdem dürfte es schwer sein, gegen die Übermacht von Dropbox und Google Drive anzukommen. Der Unique selling Point von Tresorit ist zum einen Zero Knowledge (d.h. dass die Daten auf den Endgeräten der Nutzer ver- und entschlüsselt werden und selbst Tresorit sie nicht im Original besitzt), zum anderen aber die Speicherung der Daten in der Schweiz. Gerade der letzte Punkt bildet einen erheblichen Unterschied zu Spideroak. Synchronisiert wird über ein Programm, das es für alle gängigen Betriebssysteme gibt, einschließlich Linux. Die Installation (getestet auf Mac) verläuft einfach, und die Applikation, die unauffällig im Hintergrund läuft, wirkt wie eine Mischung aus File-Browser und Dropbox-Interface. Dateien sind in „Tresoren“ organisiert, die Dateiordnern entsprechen und die mit anderen Tresorit-Nutzern geteilt werden können. Daneben kann man von allen Dateien – auch außerhalb der Tresore – „verschlüsselte Links“ erstellten und versenden …

Gedanken über Alter und Lernfähigkeit beim Anblick eines Videos

Ein schönes Video. Die Weisheit „Man ist so alt, wie man sich fühlt“ wird hier neu begriffen: Man ist so jung, wie man lernfähig ist, wie man immer wieder aufsteht und weiter macht. Mir kam beim Ansehen unwillkürlich der Gedanke an meine Versuche, Fremdsprachen zu lernen und vor allem mit Aikido und Jodo voran zu kommen. Ohne dass ich jetzt besonders alt wäre, merke ich doch, dass 20 Jahre Jüngere im motorischen Lernen sehr viel schneller voran kommen, dass sie sich länger konzentrieren können und sie physisch ganz andere Möglichkeiten haben. Der Mann mit dem Skateboard gibt nicht etwa auf, nur weil er aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt und unseren Erwartungen widerspricht. Er weiß, wohin er will, und er weiß, dass er nicht ankommen wird, wenn er sich nicht seine ganz eigene Geschwindigkeit bestimmt. Sehr treffend ist auch das Alternieren zwischen den Umgebungen, denn er ist nicht immer draußen, sondern immer wieder alleine in diesem abgeschlossenen, leeren Raum, um an seinen Techniken zu feilen. Er nimmt sich die Zeit, die er braucht. Er weiß, …