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Tresorit: Daten sicher, aber zu Schweizer Preisen

Tresorit ist ein relativ neuer Akteur auf dem Markt der Cloud Storage Dienste. Seine Angebote sind zwar bereits seit April 2014 verfügbar, allerdings sind sie wohl erst durch den Fortfall von Wuala in das Zentrum des allgemeinen Interesses gerückt. Trotzdem dürfte es schwer sein, gegen die Übermacht von Dropbox und Google Drive anzukommen. Der Unique selling Point von Tresorit ist zum einen Zero Knowledge (d.h. dass die Daten auf den Endgeräten der Nutzer ver- und entschlüsselt werden und selbst Tresorit sie nicht im Original besitzt), zum anderen aber die Speicherung der Daten in der Schweiz. Gerade der letzte Punkt bildet einen erheblichen Unterschied zu Spideroak. Synchronisiert wird über ein Programm, das es für alle gängigen Betriebssysteme gibt, einschließlich Linux. Die Installation (getestet auf Mac) verläuft einfach, und die Applikation, die unauffällig im Hintergrund läuft, wirkt wie eine Mischung aus File-Browser und Dropbox-Interface. Dateien sind in „Tresoren“ organisiert, die Dateiordnern entsprechen und die mit anderen Tresorit-Nutzern geteilt werden können. Daneben kann man von allen Dateien – auch außerhalb der Tresore – „verschlüsselte Links“ erstellten und versenden …

Gedanken über Alter und Lernfähigkeit beim Anblick eines Videos

Ein schönes Video. Die Weisheit „Man ist so alt, wie man sich fühlt“ wird hier neu begriffen: Man ist so jung, wie man lernfähig ist, wie man immer wieder aufsteht und weiter macht. Mir kam beim Ansehen unwillkürlich der Gedanke an meine Versuche, Fremdsprachen zu lernen und vor allem mit Aikido und Jodo voran zu kommen. Ohne dass ich jetzt besonders alt wäre, merke ich doch, dass 20 Jahre Jüngere im motorischen Lernen sehr viel schneller voran kommen, dass sie sich länger konzentrieren können und sie physisch ganz andere Möglichkeiten haben. Der Mann mit dem Skateboard gibt nicht etwa auf, nur weil er aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt und unseren Erwartungen widerspricht. Er weiß, wohin er will, und er weiß, dass er nicht ankommen wird, wenn er sich nicht seine ganz eigene Geschwindigkeit bestimmt. Sehr treffend ist auch das Alternieren zwischen den Umgebungen, denn er ist nicht immer draußen, sondern immer wieder alleine in diesem abgeschlossenen, leeren Raum, um an seinen Techniken zu feilen. Er nimmt sich die Zeit, die er braucht. Er weiß, …

Die Zumutung eines permanenten virtuellen Nicht-Ichs

Kürzlich ist es schon wieder passiert, dass jemand davon ausging, eine auf Facebook gepostete Nachricht sei mir persönlich zugestellt worden. Immer wieder wird der virtuelle Raum von Netzwerken, die sich im Besitz von Firmen befinden, entweder mit einem allgemeinen öffentlichen oder mit meinem persönlichen privaten Raum verwechselt. Facebook ist nichts von alledem, sondern allenfalls eine disziplinierte Öffentlichkeit mit ein paar Bereichen eingeschränkter Zugänglichkeit. Zuweilen geht es um „private messages“ in dem Facebook-internen Chat, manchmal aber auch Beiträge in Facebook-Gruppen, die dort für mich und andere hinterlegt wurden. Es wäre natürlich möglich, mich regelmäßig anzumelden und nachzusehen, was dort Neues eingetroffen ist, wie es auch möglich wäre, mir die App auf meinem Smartphone zu installieren, so dass ich virtuell immer „dort“ wäre. Mir käme aber gerade diese permanente Anwesenheit so vor, als trüge ich eine elektronische Fußfessel. Zu der Überwachbarkeit mit meiner Einwilligung käme erschwerend auch die permanente Erreichbarkeit hinzu, wann immer ich das Internet benutze. Die Standard-Reaktion von vielen Datenschutz-Extremisten ist nun der Ruf, man solle sich entweder völlig abkoppeln oder zumindest auf bessere Angebote …

Überlegungen und Veränderungen

Gleichzeitig mit der Überlegung, den Blog ein wenig wiederzubeleben, kommt sogleich auch die Erkenntnis, dass Schreiben beträchtlich Zeit kostet. Also beginne ich nun zunächst mit einem neuen Design und einem Foto von meiner Stammkneipe, soweit sich das sagen lässt. Sie liegt auf dem Weg zu meiner Wohnung, hat aber leider oft nicht mehr geöffnet, wenn ich gerade vorbei komme. Bei der Durchsicht alter Bilder auf meinem Laptop fällt mir auf, dass ich vieles bereits auf Facebook veröffentlicht habe. Facebook ist so eine Art soziales Strohfeuer. Ich stelle Fotos und Texte aus, aber ich gestalte nichts. Es gibt freundliche Likes, Kommentare, und dann, nach Monaten und Jahren, verbleiben nur noch Bruchstücke in der Erinnerung – schwer auffindbar und noch viel schwerer in den ursprünglichen Zusammenhang zurückversetzbar. Facebook erinnert mich immer auch an Einkaufszentren, wo sich der Besucher in einer disziplinierten Öffentlichkeit aufhält, um diesen Begriff aus dem politischen Kontext zu entleihen. Diese Öffentlichkeit findet in einer ganz eigenen Topologie statt, und sie definiert sich ihre eigene Zeit, die sehr viel flüchtiger ist als in der physischen …