Jahr: 2009

Der Schuss auf die Mönche: Wie Kameras unser Verhältnis zu Burma bestimmen

(Erstabdruck im Jahrbuch Friedenskultur 2008) Hatte die visuelle Entsprechung zum Begriff Burma1 in unserem Kulturraum bislang vor allem in exotisch schönen Fotos der Reiseprospekte bestanden, so hat sich dieses Land spätestens seit der „Safranrevolution“ und dem Zyklon „Nargis“ vom touristischen zum überwiegend journalistischen Produkt gewandelt. So interessant das Phänomen Burma aus medienwissenschaftlicher Sicht ist, so bestürzend sind aber auch die Implikationen, wenn wir an die Schicksale einiger Millionen Burmesen denken. Aufschlussreich dürfte zudem sein, was diese Mechanismen für globales gesellschaftliches Engagement im allgemeinen bedeuten. Burma gehört dabei entgegen einiger Klischees durchaus nicht zu den Ländern, das moderne Kulturtechniken erst zu lernen bräuchte. Das Zeitungswesen etwa kann dort eine weit zurückreichende Tradition vorweisen, die sich auch außerhalb der britischen Kolonien in vielfachen Formen manifestierte. Dies ist nicht verwunderlich angesichts der hohen Alphabetisierung, die das Land einer ursprünglich in klösterliche Lebensweise eingebetteten Schulausbildung verdankt. Als vielleicht interessantester Indikator einer frühen burmesischen Presselandschaft ist ein Gesetz zu nennen, das am 15. August 1873 von König Mindon erlassen wurde und das in 17 Artikeln etwas garantierte, was wir heute …

Solidarity Purchase for Burma

Wieder eine Bemerkung in eigener Sache: Nachdem es im Internet immer schwierig war, einfach die wichtigsten Burma-spezifischen Bücher, Filme etc. zu finden, setze ich nun einige Hoffnung in unsere neue Seite, wo ich zumindest das zusammengestellt habe, was per Amazon verfügbar ist. Ansonsten bleibt die wohl relevanteste Quelle im Bereich der Sprache die Seiten von SOAS.

Invertiert reproduzierte Internetzensur

Seit einigen Wochen versuche ich vergeblich, die Seiten der burmesischen Exilzeitung Mizzima zu öffnen. Was ich dann zu sehen bekomme, ist folgendes: Zunächst bin ich von Instandhaltungsarbeiten oder einem erneuten DDoS-Angriff ausgegangen, der diese Seiten außer Betrieb gesetzt hat. Dann schließlich habe ich mich gestern abend bei dem Chefredakteur erkundigt, ob bei ihnen alles in Ordnung ist – Gründe könnten ja auch finanzielle Schwierigkeiten oder Probleme mit den indischen Behörden sein. Was ich heute Morgen in der Antwort zu lesen bekam, verschlug mir dann doch den Atem: Angeblich hätten sie viel Spam aus der Tschechischen Republik bekommen und daher kurzerhand das ganze Land blockiert. Über einen hohen Anteil von Spamern hier ist mir nichts bekannt, zumal dazu theoretisch ein vireninfizierter Computer irgendwo auf der Welt reicht. Mitteleuropa ist zudem nun auch kein rechtsfreier Raum. Wenn im Internet eine getrennte Behandlung nach Nationalstaaten durchgeführt wird, dann frage ich mich, was außer nationaler Gesetzgebung, die innerhalb der EU innerhalb gewisser Grenzen verlaufen sollte, den ausschlaggebenden Unterschied ausmachen könnte. Der Chefredakteur hat mir in seiner Antwort freundlicherweise angeboten, …