Alle Artikel in: Beruf

Tschechien Reiseblog

In den letzten Tagen habe ich daran gearbeitet, einen neuen Blog auf die Beine zu stellen. Hier ist er nun: Unterwegs in Tschechien. Im weiteren Sinne handelt es sich um einen Reiseblog, allerdings mit einer Einschränkung: Ich reise durch das Land, in dem ich lebe. Damit begegne ich zwar einerseits Vielem, das mir selbst unbekannt ist, kann aber zudem auch von langjährigen eigenen Erfahrungen als Fremder und Reisender in der Tschechischen Republik zehren. Die Idee dafür lag schon lange in der Luft. Dank verschiedener Seminare, privater Treffen oder einfach Neugierde bin ich immer wieder unterwegs – über die Grenzen oder im Land selbst. Oft sind es Tagesreisen, manchmal aber auch Übernachtungen. Es gibt zwar bereits viele Reiseführer, sie sind aber doch in aller Regel bewusst unpersönlich gehalten und können sich die Sehenswürdigkeiten nur begrenzt nach dem subjektiven Empfinden des Autors auswählen. Als Blog-Autor ist es mir immerhin möglich, persönliche Empfehlungen auszusprechen und vielleicht auch Stimmungen besser zu schildern. Schließlich erfährt kein Reisender ein Land als bloße Ansammlung von Fakten. Statt neue Massen von Touristen herbeizuführen, …

Smartphones für Flüchtlinge?

Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser diese Überschrift als etwas empfinden, was schlecht zusammen passt: Smartphones und Flüchtlinge. Flüchtlinge haben, so eine verbreitete Vorstellung in der Mehrheitsgesellschaft, die moralische Pflicht zu einem einfachen Lebensstandard – sonst wären sie keine Flüchtlinge. Diese Bescheidenheit seien sie uns gewissermaßen schuldig. Ein Asylant in einem teuren Auto entspricht nicht unseren Vorstellungen, und oft wollen wir auch nicht, dass jemand aus einem der armen Länder kommt und es ihm dann „besser geht als gut ist“ – oder sogar besser als uns. Die Folge wären sonst Ängste, dass wir unseren materiellen Reichtum teilen müssten und in einen Zustand versetzt würden, mit dem umzugehen wir verlernt haben und den wir als „entwürdigend“ zu betrachten uns angewöhnt haben. Allzu leicht wird dabei vergessen, dass den Flüchtlingsstatus nicht materieller Notstand ausmacht, auch wenn beide oft miteinander einher gehen. Abhilfe besteht dabei oft ganz einfach darin, dass die Betroffenen genügend Möglichkeiten haben, um sich selbst zu helfen. Migranten bilden in vielen Aufnahmeländern wichtige Innovations-Motoren. Wenn auch noch viele andere Faktoren auf allen Seiten mit …

Q&A-Forum über verantwortungsvolles Reisen nach Birma

Nach längerem Suchen nach einer passenden Software für ein Q&A-Forum bin letztendlich auf Question2Answer gestoßen. Die Systemanforderungen sind relativ simpel und der Code kostenlos und als Open Source erhältlich. Ein paar nützliche Plugins gibt es auch schon, allerdings sind die dort angebotenen Themes nicht alle auf aktuellem Stand, bzw. teilweise für meinen Geschmack etwas zu eckig und bunt. Offenbar ist das Projekt noch nicht so alt, entwickelt sich aber im Ein-Mann-Betrieb ziemlich schnell voran. Statt dessen hätte ich auch auf eine Lösung mit Hosting zugreifen können, aber ich habe die Sache dann doch lieber auf dem „eigenen“ Server und mit direktem Zugriff auf die Skripte. Das ebenfalls do-it-yourself-fähige OSQA sah auch nicht schlecht aus, eigentlich etwas ausgereifter, aber, ach!, man benötigt Python, und das habe ich auf dem angemieteten Billigserver eben nicht zur Verfügung. Kein Problem. Jetzt ist das Forum online, und zwar hier. Mal sehen, wie dann die Version 1.5 aussieht, wenn sie heraus ist. Was mir vor allem helfen würde, wäre bessere Unterstützung für mehrsprachige Websites. Und ein bisschen Ajax in der Benutzerführung …

Happy World – ein genialer Film über das absurde Birma

Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage in Birma vergisst man immer wieder, wie absurd sehr vieles dort eigentlich ist. Angefangen mit den Geldscheinen, deren Werte für einige Zeit lang Vielfache der Zahl Neun waren, über kostspielige Entscheidungen auf Staatsebene, die auf Anraten von Astrologen gefällt wurden, bis hin zu abergläubischen Versuchen, die Macht von Suu Kyi zu neutralisieren1 – es braucht den scharfen Blick und den Humor von Gaël Bordier und Tristan Mendès-France, um diese komischen Seiten so treffend darzustellen, wie hier in dem Film geschehen. Der Title, der sich von dem Namen eines dortigen „Vergnügungsparks“ ableitet und der höchst ironisch die Propaganda des Regimes zu zitieren scheint, wenn er von einer Glücklichen Welt spricht, ist meiner Ansicht nach ebenso gut gewählt. Nach ein paar offenbar erfolglosen Versuchen, den Film auf den Markt zu werfen2, steht er nun als multimediales und interaktives Projekt zur Verfügung:   Für diejenigen, die der Hintergrund von „Happy World“ interessiert, hier noch ein kurzes Interview mit den Machern – mit netter Pointe am Schluss: Gelungen ist auch der „Censurator„, wo man für …

Unerwartetes Treffen vor dem Abflug

Der Flughafen hat sich sehr verändert. Im Frühjahr letzten Jahres quälte man sich noch durch eine große „Bahnhofshalle“, in der die Völker Indiens ihr Lager bezogen hatten. Heute schreitet man durch glänzende Wunderwerke postkapitalistischer Megalomanie. Vollklimatisierte Hallen in geschickter Beleuchtung, Beton, Glas und Marmor: Neu Delhi hat mit seinem Flughafen Indira Gandhi International den Anschluss an die internationale Gesichtslosigkeit mit Bravour gemeistert. Dann die nächste Erkenntnis: Das Gebäude ist neu, das Personal jedoch ist das selbe geblieben. Niemand erwidert einen Gruß, ein Thank You. Finstere Mienen vom Check-In über die Pass- bis zur Sicherheitskontrolle. An der langen Reihe der Pulte für die Passkontrolle, seitlich hinter den Angestellten, finden sich seltsame Pfosten, auf ihnen Kästchen mit der Aufschrift „Namaskar“. Eine nette Geste, denke ich. Erst später, als ich auf Sabe warte, merke ich, dass diese Kästchen Kameras beherbergen und von jedem am Schalter Stehenden versteckt ein Foto machen. Warum diese Heimlichtuerei? Das Durchleuchten des Handgepäcks geht recht zügig voran. Ich werde abgeklopft und von einem Metallprüfer abgefahren. Dann legt der Mann sein Gerät zur Seite, dreht …

Wie viele Blogs verträgt der Mensch?

In den letzten Tagen und Wochen habe ich eine Blog-Site für das Burma Center eingerichtet, wobei ich zunächst einmal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte: Von unserem Projekt zur Integration von burmesichen Kontingentflüchtlingen hatten wir einen Blog über, den ich zwar weiter online lassen wollte, um den ich mich aber nicht auch noch zusätzlich kümmern wollte mit Updates etc. CMS, Newsletter, Web-Analyse, Blogs, e-Shop, online Office, … Updates, Patches, maßgeschneiderter Code, eigene css, die man nach den Updates wieder reaktivieren muss … langsam wird es ein bisschen zu viel. Im Zuge unseres Indien-Projektes werden wir 3 Journalisten nach Delhi bringen. Über ihre Zeit dort werden sie jeder einen Blog führen – entweder auf ihren Seiten oder bei uns. Nun noch mal 3 Blogs dazu??? Und dann kam die Idee, wie so viele Organisationen und Firmen diese Form dazu zu nutzen, um auf etwas leichtere Weise davon zu berichten, was wir eigentlich so machen. Das geht einem im Blog sehr viel leichter von der Hand, als wenn man jedesmal einen „Artikel“ für das Hauptweb erstellen …