Alle Artikel in: Budo

Shoji Nishio Senseis Aikido

Dieses Video war meine erste Begegnung mit Nishio Sensei. Damals hatte ich noch keine Gelegenheit, diese Form des Aikido persönlich zu erfahren. Die Klarheit und Bestimmtheit seiner Bewegungen ist mir aber dennoch in Erinnerung geblieben. Es drängt mich schon lange, über meine Erfahrungen mit dem von ihm entwickelten Aikido zu schreiben. Es gibt allgemein nur extrem wenige Texte über ihn und sein Aikido. Zumeist handelt es sich um Biographisches und ein paar Interviews. Dann aber stellt es sich immer als extrem schwierig heraus. Es gibt in vielen wesentlichen Aspekten keine mir bekannten Versuche, auf die sich aufbauen ließe. Man trainiert auf hohem Niveau, aber wenn man darüber spricht, ist es zumeist nur unsystematisch und aus dem Stegreif. Ich habe nun zumindest begonnen, das Wichtigste in Worte zu fassen. Ich habe es bereits mehrere Male überarbeitet, und vermutlich wird es noch viel zu ergänzen und zu verbessern geben. Es ist einfach ein Schnappschuss eines unvollendeten Werkes – um einfach mal einen Anfang zu machen. Es versteht sich von selbst, dass es sich um meine persönliche Perspektive …

Gedanken über Hilfsdisziplinen im Budo

In Budo ist es nicht ungewöhnlich, dass andere Disziplinen eine – zuweilen unerlässliche – Nebenrolle spielen. Oft sind sie für die Rolle des Angreifers zuständig. So etwa wird der Stock in Jodo traditionell gegen Angriffe mit Katana eingesetzt, weshalb hier grundlegende Kenntnisse in Kenjiutsu wichtig sind. Ganz extrem ist es bei Aikido, das sich ausdrücklich als defensiv definiert und wo der Angriff somit nicht per Aikido-Technik geschehen kann. Der Angreifer benutzt daher Techniken oder Waffen, deren Verwendung zumeist nur am Rande gelehrt wird. Zudem werden in Aikido – je nach Stil und Schule – Jo und Bokken mehr oder wenig dazu verwendet, um die eigenen Techniken, Körperhaltung, Abstände und Bewegungsabläufe zu verstehen und zu verbessern. Gerade in Aikido habe ich da zuweilen einen gewissen Dilettantismus erfahren müssen – bei manchen Lehrern und in Folge dessen auch bei mir selbst. So etwa ging es häufig darum, wie unglaublich scharf japanische Klingen seien und dass bereits eine leichte Berührung mit dem Finger dazu führen muss, ihn von der Hand zu trennen. Ich empfand dies nicht nur für …

Budo mit Schirm, Stock und Kiai

Mittlerweile trifft man ja auf eine unglaubliche Fülle von Videos, die Einblicke in die zahlreichen Budo-Schulen gewähren. Hier etwa etwas von Takenouchi Ryu, worauf ich heute gestoßen bin.

Für mich war der zweite Teil interessanter, den ersten füge ich daher nur der Vollständigkeit halber hinzu.

Dojo im Grünen - Bild von rebeccaseung@Flickr

Wie erklärt man Budo? Ein Versuch

Es ist extrem schwierig, etwas wie Budo einem Außenstehenden zu erklären. Erst indem man es selbst teilnehmend – also gebend und nehmend – erfährt, gewinnt man einen Schatz an Bedeutungen, die allein allerdings noch kaum in Sprache zu übersetzen sind. Vielleicht liegt es daran, dass Budo selbst eine Art von Sprache ist, die im Dialog oder Selbstgespräch mit Geist und Körper vollzogen, realisiert und erlernt wird. Ich betrachte den Kern des Budo (so verstanden, wie es mich interessiert) nicht primär in einer Form der Selbstverteidigung, als etwas Esoterisches, oder als Freizeitbeschäftigung. Ich glaube nicht, dass man auf der Straße oft mit einem Katana angegriffen wird und dann zufällig gerade ein Jo in der Hand trägt. Der Begriff der Selbstfindung trifft es auch nicht völlig, denn er wird oft für Menschen verwendet, die in dem Gefühl leben, sich „verloren“ zu haben und daher suchen müssen, und es schwingt da oft etwas Weltfremdes mit, weshalb ich ihn hier auch nur sehr bedingt verwenden würde. Wie also erklärt man einem Außenstehenden, worum es sich handelt, ohne zugleich Bilder …

Shinto Muso Ryu-Seminar in Prag

Am Samstag und Sonntag habe ich mich bequemlichkeitshalber in ein SMR-Seminar geschleust, das nicht weit von meinem Zuhause stattfand und daher meiner Aversion gegen überstürztes morgendliches Aufstehen sehr entgegen kam. Der Leiter, Patrik, ist ein guter Didakt, dessen allgemeine Auffassung von Budo mir zudem persönlich nahe liegt, und dank Zdeněks Training war ich auch gut vorbereitet und wusste immer, wann ich wen wohin zu treffen hatte.

Murphy’s Law: ganz (un)kämpferisch

Ein kleines Experiment: Inspiriert und ermutigt vom Macher von Mikka Bouzu habe ich kurzerhand Anfang des Monats ein eigenes Projekt online gestellt: Murphy’s Law of Budo. Murphy hat zwar schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, aber so ganz ausgeschöpft sind seine Gesetze im Bereich Budo offenbar noch nicht. Die neuen „Weisheiten“ werden wöchentlich Stück für Stück veröffentlicht. An Nachschub dürfte es so schnell nicht mangeln.