Jahr: 2008

Quantum of Hypocrisy …

Pünktlich zum Tag der Menschenrechte gibt es verschiedene Aktionen, zum Beispiel sehr benötigte gegen einen in manchen Gebieten auffällig starken Rassismus. In Europa fühlen sich nur wenige Leute von diesem Begriff angesprochen, in einigen Ländern spricht man lieber von „Ausländerfeindlichkeit“, um die historische Dimension zu vermeiden, oder von „Xenophobie“, was ein wenig danach klingt, als ob die Xenophoben die eigentlichen Opfer wären, schwach und verwundbar, unglücklich phobisiert, schicksalhaft das Fremde fürchtend wie andere vielleicht Spinnen oder enge Räume. Es ist schon oft treffend bemerkt worden, dass sich diese Furcht vor dem Fremden häufig nicht auf Urlaubsreisen, in Fernost produzierte Unterhaltungselektronik oder Popmusik bezieht. Sicher ist die gegenwärtige Situation und die weltweite Geringschätzung der Menschenrechte nicht zuletzt auch eine Folge dessen, wie mit ihnen im öffentlichen Diskurs umgegangen wird, wozu sie gemacht werden, und nicht zuletzt auch bei uns und von denen, die sich eigentlich, wenn man sie beim Wort nimmt, zu ihnen bekennen. Anfänglich handelt es sich bei ihnen um nicht mehr als um verbale Äußerungen, geboren aus einer realen Betroffenheit, deren Wirklichkeitsbezug aber Tag …

Die Chance einer burmesischen Zivilgesellschaft im Exil

Es ist gefährlich in Dingen recht zu haben, in denen die etablierten Autoritäten unrecht haben. Voltaire Und noch ein Zitat, jüngeren Datums, allerdings kein Bonmot, sondern aus einem Text herausgegriffen: Like so many thousands of Burmese exiles, Myat is waiting for something to change back home. (aus einem Beitrag des BBC) Eigentlich ganz banal. Andererseits aber eine auffällige Ausnahme unter den Meinungen über Exilanten, was den Autoren als jemanden auszeichnet, der sich eingehender mit den Verhältnissen burmesischer Migranten beschäftigt hat. Gewöhnlich wird das Interesse von Migranten unterschätzt, etwas in ihrem Herkunftsland ändern zu wollen. Es grenzt oft ans Absurde, wie etwa Behörden oder Bürger „westlicher“ Staaten im allgemeinen davon ausgehen, dass es nichts schöneres geben kann, als in der Fremde in unseren ungastlichen, aber (an Geld, Luxus und oft auch Ignoranz gemessen) reichen Gesellschaften leben zu „dürfen“. Die Tschechische Republik hat eine ähnliche Erfahrung mit verschiedenen Auswanderwellen mitgemacht. Alle mir begegneten tschechischen Emigranten haben nach dem Ende des Ostblocks sofort wieder ihre Verbindungen heim nach Tschechien (zunächst Tschechoslowakei) intensiviert. Das ließe sich wohl sehr schön …