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Selbstauferlegter Kolonialismus in der Exil-Bewegung

Demokratiebewegungen im Exil sind etwas ganz Eigenes und zudem, bei all ihrem Idealismus, oft mit seltsamen Schrullen und Eigenheiten versehen, die ihre Ursprünge vielleicht in gesellschaftlichen Gewohnheiten ihres Heimatlandes haben oder die als Folge des Migrationsschicksals entstanden sind. Burmesische Aktivisten bilden da keine Ausnahme, und schon gar keine rühmliche. Zu den in meinen Augen hervorstechendsten Seltsamkeiten unter Burmesen, sowohl im Land als auch außerhalb, gehört eine immer wieder zu beobachtende Ungleichbehandlung von Landsleuten und Menschen aus dem Westen, oder dem „globalen Norden“, wie man auch oft zu sagen pflegt. Vielleicht könnte man hier auf kulturelle Gewohnheiten schließen, die ihren Ursprung in der Kolonialzeit haben. Es erinnert mich immer daran, dass weiße Ausländer im Burmesischen unabhängig von ihrer Herkunft häufig als „Engländer“ bezeichnet werden.

Die Chance einer burmesischen Zivilgesellschaft im Exil

Es ist gefährlich in Dingen recht zu haben, in denen die etablierten Autoritäten unrecht haben. Voltaire Und noch ein Zitat, jüngeren Datums, allerdings kein Bonmot, sondern aus einem Text herausgegriffen: Like so many thousands of Burmese exiles, Myat is waiting for something to change back home. (aus einem Beitrag des BBC) Eigentlich ganz banal. Andererseits aber eine auffällige Ausnahme unter den Meinungen über Exilanten, was den Autoren als jemanden auszeichnet, der sich eingehender mit den Verhältnissen burmesischer Migranten beschäftigt hat. Gewöhnlich wird das Interesse von Migranten unterschätzt, etwas in ihrem Herkunftsland ändern zu wollen. Es grenzt oft ans Absurde, wie etwa Behörden oder Bürger „westlicher“ Staaten im allgemeinen davon ausgehen, dass es nichts schöneres geben kann, als in der Fremde in unseren ungastlichen, aber (an Geld, Luxus und oft auch Ignoranz gemessen) reichen Gesellschaften leben zu „dürfen“. Die Tschechische Republik hat eine ähnliche Erfahrung mit verschiedenen Auswanderwellen mitgemacht. Alle mir begegneten tschechischen Emigranten haben nach dem Ende des Ostblocks sofort wieder ihre Verbindungen heim nach Tschechien (zunächst Tschechoslowakei) intensiviert. Das ließe sich wohl sehr schön …