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Tschechien Reiseblog

In den letzten Tagen habe ich daran gearbeitet, einen neuen Blog auf die Beine zu stellen. Hier ist er nun: Unterwegs in Tschechien. Im weiteren Sinne handelt es sich um einen Reiseblog, allerdings mit einer Einschränkung: Ich reise durch das Land, in dem ich lebe. Damit begegne ich zwar einerseits Vielem, das mir selbst unbekannt ist, kann aber zudem auch von langjährigen eigenen Erfahrungen als Fremder und Reisender in der Tschechischen Republik zehren. Die Idee dafür lag schon lange in der Luft. Dank verschiedener Seminare, privater Treffen oder einfach Neugierde bin ich immer wieder unterwegs – über die Grenzen oder im Land selbst. Oft sind es Tagesreisen, manchmal aber auch Übernachtungen. Es gibt zwar bereits viele Reiseführer, sie sind aber doch in aller Regel bewusst unpersönlich gehalten und können sich die Sehenswürdigkeiten nur begrenzt nach dem subjektiven Empfinden des Autors auswählen. Als Blog-Autor ist es mir immerhin möglich, persönliche Empfehlungen auszusprechen und vielleicht auch Stimmungen besser zu schildern. Schließlich erfährt kein Reisender ein Land als bloße Ansammlung von Fakten. Statt neue Massen von Touristen herbeizuführen, …

Gedanken über Alter und Lernfähigkeit beim Anblick eines Videos

Ein schönes Video. Die Weisheit „Man ist so alt, wie man sich fühlt“ wird hier neu begriffen: Man ist so jung, wie man lernfähig ist, wie man immer wieder aufsteht und weiter macht. Mir kam beim Ansehen unwillkürlich der Gedanke an meine Versuche, Fremdsprachen zu lernen und vor allem mit Aikido und Jodo voran zu kommen. Ohne dass ich jetzt besonders alt wäre, merke ich doch, dass 20 Jahre Jüngere im motorischen Lernen sehr viel schneller voran kommen, dass sie sich länger konzentrieren können und sie physisch ganz andere Möglichkeiten haben. Der Mann mit dem Skateboard gibt nicht etwa auf, nur weil er aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt und unseren Erwartungen widerspricht. Er weiß, wohin er will, und er weiß, dass er nicht ankommen wird, wenn er sich nicht seine ganz eigene Geschwindigkeit bestimmt. Sehr treffend ist auch das Alternieren zwischen den Umgebungen, denn er ist nicht immer draußen, sondern immer wieder alleine in diesem abgeschlossenen, leeren Raum, um an seinen Techniken zu feilen. Er nimmt sich die Zeit, die er braucht. Er weiß, …

Überlegungen und Veränderungen

Gleichzeitig mit der Überlegung, den Blog ein wenig wiederzubeleben, kommt sogleich auch die Erkenntnis, dass Schreiben beträchtlich Zeit kostet. Also beginne ich nun zunächst mit einem neuen Design und einem Foto von meiner Stammkneipe, soweit sich das sagen lässt. Sie liegt auf dem Weg zu meiner Wohnung, hat aber leider oft nicht mehr geöffnet, wenn ich gerade vorbei komme. Bei der Durchsicht alter Bilder auf meinem Laptop fällt mir auf, dass ich vieles bereits auf Facebook veröffentlicht habe. Facebook ist so eine Art soziales Strohfeuer. Ich stelle Fotos und Texte aus, aber ich gestalte nichts. Es gibt freundliche Likes, Kommentare, und dann, nach Monaten und Jahren, verbleiben nur noch Bruchstücke in der Erinnerung – schwer auffindbar und noch viel schwerer in den ursprünglichen Zusammenhang zurückversetzbar. Facebook erinnert mich immer auch an Einkaufszentren, wo sich der Besucher in einer disziplinierten Öffentlichkeit aufhält, um diesen Begriff aus dem politischen Kontext zu entleihen. Diese Öffentlichkeit findet in einer ganz eigenen Topologie statt, und sie definiert sich ihre eigene Zeit, die sehr viel flüchtiger ist als in der physischen …

Leuchtturmwärter in Prag

Zum 10-jährigen Jubiläum einer deutschsprachigen Zeitung in Prag wurden ehemalige externe Mitarbeiter, die über das ifa dort gewesen waren, dazu aufgefordert, einen Rückblick zu schreiben. Offenbar waren nicht genügend von ihnen dazu bereit, denn die Idee wurde letztendlich nicht umgesetzt. Vielleicht hatten sich einfach auch zu viele Ehemalige negativ über ihre Zeit dort geäußert, so wie es zumindest in Gesprächen mit ihnen immer der Normalfall gewesen war.

Dojo im Grünen - Bild von rebeccaseung@Flickr

Wie erklärt man Budo? Ein Versuch

Es ist extrem schwierig, etwas wie Budo einem Außenstehenden zu erklären. Erst indem man es selbst teilnehmend – also gebend und nehmend – erfährt, gewinnt man einen Schatz an Bedeutungen, die allein allerdings noch kaum in Sprache zu übersetzen sind. Vielleicht liegt es daran, dass Budo selbst eine Art von Sprache ist, die im Dialog oder Selbstgespräch mit Geist und Körper vollzogen, realisiert und erlernt wird. Ich betrachte den Kern des Budo (so verstanden, wie es mich interessiert) nicht primär in einer Form der Selbstverteidigung, als etwas Esoterisches, oder als Freizeitbeschäftigung. Ich glaube nicht, dass man auf der Straße oft mit einem Katana angegriffen wird und dann zufällig gerade ein Jo in der Hand trägt. Der Begriff der Selbstfindung trifft es auch nicht völlig, denn er wird oft für Menschen verwendet, die in dem Gefühl leben, sich „verloren“ zu haben und daher suchen müssen, und es schwingt da oft etwas Weltfremdes mit, weshalb ich ihn hier auch nur sehr bedingt verwenden würde. Wie also erklärt man einem Außenstehenden, worum es sich handelt, ohne zugleich Bilder …