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Dünen von Tottori

Hiroshima und Tottori

In diesem Beitrag geht es nur um verstreute Eindrücke dieser Reise.

Baum in Hiroshima
Baum bei einem Tempel in Hiroshima
Bambussprossen
Bambussprossen, einmal nicht aus der Dose. Geschält sind sie dann ein Stück kleiner.
kalter Kaffee
Kalter Kaffee während eines kurzen Aufenthalts in Matsue. Mittags wurde es schon relativ heiß.

Sakaiminato

Sakaiminato ist ein kleines Hafenstädtchen an der Nordwestküste in Richtung Korea und China. Hier ist alles geprägt vom Werk des Manga-Autors Shigeru Mizuki, der hier geboren wurde. Ohne ihn wäre der Ort wohl ziemlich bedeutungslos.

Manga reicht in Japan vom billigen Massenprodukt bis hin zu Kunst. Die Bandbreite ist erstaunlich.

Sakaiminato
Shigeru Mizuki

Tottori

Der existenzialistisch geprägte Klassiker „Die Frau in den Dünen“ („Sandfrau“ im Original) – hier der Film – hat meine Erwartungen an diese Sandlandschaft geprägt. Letztendlich sind die Dünen aber flacher und vielleicht weniger problematisch als im Film.

Der Strand ist leider von einem Ende zum anderen durch Treibgut aus Plastik vermüllt. Hier begreift man erst, wie ernst das Problem der Verschmutzung der Meere ist.

Dünen von Tottori
Tottori ist berühmt für die Dünen. Ohne viel Mühe entkommt man den touristischen Bereichen.

Misasa

Dem Namen nach ein dreifacher Morgen. Heiße Quellen ermöglichen den Betrieb von Onsen, also heißen Bädern.

Ausnahmsweise ein heißes Bad unter freiem Himmel. Sonst befinden sie sich in Räumen, oder sie sind nur für die Füße.
Misasa
Landschaftlich sehr schön, aber nicht die europäische Bäderatmosphäre.
Ryokan in Misasa
Raum im traditionellen Ryokan. Allein schon der perfekte (und dennoch unaufdringliche) Service ist ein Erlebnis.

Kurayoshi

Kurayoshi bietet eine hübsche Altstadt, die von Kanälen und den weißen Gebäuden der früheren Kaufleute geprägt ist.

Ein Stück weiter befindet sich ein Einkaufszentrum, das zum Teil stillgelegt und sehr verstaubt ist und so einen etwas deprimierenden Eindruck gibt. Zahlreiche Spielplätze sind grasüberwachsen – offenbar wandern junge Leute und ihre Familien eher in die größeren Städte ab.

Kurayoshi

Spenden

Was ist Flattr?

An verschiedenen Stellen biete ich die Möglichkeit, meine Arbeit per Flattr zu unterstützen. Leider zeigt dieser Service nach seinem Relaunch (zeitweise „Flattr 2.0“ genannt) keine deutschen Informationen mehr. Darum habe ich mich entschlossen, hier eine kurze Zusammenfassung zu schreiben.

Dies sind also keine offiziellen Informationen vom Betreiber, sondern meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen. Ich gehe hier nicht in jedes Detail und ich beschränke mich auf Aspekte, die für Unterstützer relevant sind.

Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr.

Die Kurzfassung

Flattr ist ein schwedisches1 Online-Unternehmen, das kleine Spenden vermittelt. Jeder kann sich als Spender („Contributor“) oder als Empfänger (oder Schöpfer, „Creator“) registrieren – oder auch als beides.

Als Spender („Contributor“) muss man sich einmal anmelden und legt dann einen regelmäßigen Beitrag fest, der alle 30 Tage automatisch von einer Kreditkarte eingezogen wird. Der Mindestbetrag ist 3 $, der Höchstbetrag offenbar 50 $ – zumindest geht die Auswahl bis dorthin.

Flattr Browser-Erweiterung

Als nächstes installiert man im Browser eine Erweiterung, die feststellt, wie viel Aufmerksamkeit man bestimmten Webseiten (oder Videos, Podcasts, Tweets usw.) widmet. Wenn man sich auf einer Seite lang genug aufhält und auch sonst zeigt, dass man sich mit dem Inhalt beschäftigt, dann bekommt die Webseite (oder Video usw.) einen oder mehr Punkte, „Flattrs“ genannt.

Nach Ablauf der 30 Tage wird dann der Betrag (3 $ oder was man eben gewählt hat) durch alle in dieser Zeit vergebenen Flattrs geteilt und auf die Inhaber dieser Webseiten aufgeteilt, insofern sie als Empfänger („Creator“) registriert sind.

Ein Beispiel: Im letzten 30-Tage-Zeitraum habe ich 933 Flattrs (also Punkte) vergeben. Da nicht alle Inhaber dieser Webseiten registriert waren, zählten im Endeffekt davon nur 129 Flattrs. Bei einem regelmäßigen Budget von 3 $ hat jeder Flattr somit einen Wert von 2,32 Dollar-Cent. Das sind rund 2 Euro-Cent. Der größte Anteil ging mit 84 Flattrn an Wikimedia, also den Betreiber von Wikipedia.

Es kann also sein, dass ein Empfänger nur 1 oder 2 Cent bekommt, aber wenn viele Besucher etwas geben, dann kommt doch ein nennenswerter Betrag zusammen.

FAQ, oder was ich mich gefragt habe

Besteht die Gefahr, dass ich nach 30 Tagen von horrenden Kosten überrascht werde?

Die Gefahr einer solchen bösen Überraschung besteht nicht, da der monatliche Gesamtbetrag von mir festgelegt wird. Wenn ich viele Flattrs (also Spendenpunkte) vergebe, dann bekommt jeder Empfänger einen umso kleineren Anteil. Wie viel ich insgesamt zahle, bleibt immer gleich.

Kann ich die Unterstützung jederzeit wieder beenden?

Ja, es gibt dort eine Möglichkeit „Cancel Subscription“. Die Beendigung wird nach Ablauf des laufenden Abrechnungszeitraums wirksam.

Wie steht es mit dem Datenschutz?

Die meisten Daten über meine Besuche auf Webseiten werden von der Browser-Erweiterung2 lokal gesammelt und ausgewertet. Sie bleiben somit auf dem Computer.

Sobald es (automatisch oder manuell) zu einem Flattr kommt, wird die Adresse der betreffenden Seite an Flattr übermittelt. Dies ist erforderlich, um bestimmen zu können, wer am Ende einen Anteil an der Spende erhält. Diese Daten werden von Flattr nach 3 Monaten gelöscht. Zu den Details siehe die Privacy Policy.

Wenn ich ganz sicher gehen will, dass überhaupt keine Informationen hinaus gehen, kann ich

  1. in den privaten/anonymen Modus des Browsers wechseln,
  2. einen anderen Browser verwenden (So mache ich es – ich habe einen Browser zum Spenden und einen anderen zum sonstigen Browsen.) oder
  3. die Erweiterung vorübergehend deaktivieren.

Kann ich manuell bestimmen, welche Seiten berücksichtigt werden und welche nicht?

Die Browser-Erweiterung hat einen Button, mit dem ich per Knopfdruck einen Flattr auch manuell vergeben kann. Umgekehrt kann ich bestimmte Webseiten3 ganz ignorieren, um ihnen keine Flattrs zu geben. Somit muss ich keine Seiten unterstützen, die mir nicht gefallen.

Unbeabsichtigte Flattrs können zudem auch gelöscht werden, nachdem ich mich mit meinem Konto angemeldet habe.

Fallen Gebühren an?

Für Spender („Contributor“) fallen Kreditkartengebühren an, und der Umtausch von der eigenen Währung nach Dollar bringt natürlich auch immer Verluste mit sich.

Empfänger („Creators“) zahlen von ihren Einkünften zunächst keine Gebühren, weil sich Flattr noch in der Einführungsphase befindet. Später sollen es 10% sein.

Gibt es noch weitere Fragen?

Wenn es um subjektive Erfahrungen geht, kann ich gerne weiter helfen. Für alle anderen Informationen bitte direkt auf Flattr nachlesen oder anfragen. Die Leute dort antworten immer sehr schnell.

Photo by Olichel (Pixabay)


San Dan Kyou (三段峡)

Ausflug zum San Dan Kyou

Die „Dreistufenschlucht“ (三段峡), wie man es wohl übersetzen könnte, liegt so rund ein bis zwei Stunden von Hiroshima entfernt, je nachdem, welches Verkehrsmitteln man wählt. Der schnellste Bus fährt auf der Autobahn, weshalb es darin keine Stehplätze gibt.

Leider war dieser Bus schon voll, als er an unserer Haltestelle ankam. Wir mussten daher auf den langsameren Bus waren, der in jedem Dorf hielt. Das ist zwar an sich sehr interessant, aber so lange zu stehen ist dann doch etwas nervig.

Der Bus hielt fast am Eingang zur Schlucht. Wir ließen uns zunächst noch ein Mittagessen schmecken, bevor wir loszogen. Das japanische Essen macht zwar satt, aber nie voll und schwer.

An diesem Sonntag war hier wirklich viel Betrieb. Auf den engen Wegen muss man sich immer wieder an entgegen kommenden Leuten vorbei drücken. Hier war Jung und Alt unterwegs, sogar Kleinkinder und Senioren mit Gehstöcken.

Der Pfad ist zwar gut befestigt, aber nur selten mit seitlichen Mauern ausgestattet. Zudem geht er oft bergauf und bergab, was durchaus eine athletische Komponente hinzufügt.

An einigen Stellen führt er durch Tunnels und über Hängebrücken, die bei jedem Schritt wippen.

Die etwas schlauchende Fahrt hierher und der Fußweg, bei dem man immer aufmerksam sein muss, haben sich sehr gelohnt. Die Landschaft ist wirklich extrem malerisch. Die Wege haben oft etwas von einer Achterbahn – aber natürlich nicht kopfunter.

San Dan Kyou

Unten brauste immer das Wasser vorüber.

Der Herbst zeigte sich in vielen gelben und roten Blättern.

An einigen Stellen passierten wir Wasserfälle. Dieser hier ist bekannt für die rote Färbung des Gesteins.

Am Schluss verzweigte sich der Weg und führte zu verschiedenen größeren Wasserfällen, von denen wir nur einen geschafft haben. Wir wollten vor Einbruch der Dämmerung zurück sein, da dieser Weg wirklich nicht für Dunkelheit geschaffen ist.

Am Hang direkt neben uns verkroch sich gemächlich eine Schlange in einem Loch unter dem Laub. Ich meine, es war eine Forest Rat Snake, die völlig ungefährlich ist. Allerdings war ihr Kopf schon nicht mehr zu sehen, so dass sie schwerer zu bestimmen ist.

Abends war es dann schnell sehr kühl. Wir mussten eine Stunde auf den Bus warten. Die verbliebenen Wanderer kauerten in einem offenen Warteraum, der wohl früher einmal die Endstation einer Bahnlinie gewesen war. Es ist schade, dass die nicht mehr in Betrieb ist.

(Images in this post are copyright protected.)

Mitaki 2018, Christoph Amthor

Magisches Mitaki

Die Tempelanlage Mitaki in Hiroshima verfehlt niemals seine Wirkung. Diesmal im November verfärbten sich die Blätter bereits von grün nach rot.

Mitaki 2018, Christoph Amthor

Jenseits des höchsten Wasserfalls führt ein Pfad über einen kleinen Staudamm hinweg in einen Bambushain.

Mitaki 2018, Christoph Amthor

Der Weg schlängelt sich eine ganze Weile bergan. Nur gut, dass es nicht sehr heiß war.

Mitaki 2018, Christoph Amthor

Wir sind nicht ganz bis zum Gipfel des Berges Mitaki gegangen. Irgendwo sah man den nächsten Ortsteil, und hier war Mitaki für uns eigentlich schon zu Ende. Also sind wir wieder hinab gestiegen.

Anschließend waren wir wieder in dem Café oberhalb des Karpfenteichs, wo wir Warabimochi aßen.

Ein kleiner japanischer Junge brach laut in Tränen aus und wurde hinaus geführt, als die Bedienung den Eltern erklärt hatte, dass heute nicht viele Karpfen zu sehen seien. Ich hätte eher geweint, wenn es keinen Kaffee mehr gegeben hätte. Verschiedene Kulturen, verschiedene Präferenzen.

(Images in this post are copyright protected.)

Prag - photo © by Christoph Amthor

Meine Prager Aktivitäten – eine kurze Inventur

Heute feiert Tschechien 100 Jahre seit der Gründung der Tschechoslowakei im Jahr 1918. Der Rückblick auf die Geschichte, der Vergleich mit der Gegenwart und das kalte Regenwetter laden zum Grübeln ein, auch bezüglich meines Lebens hier.

Kürzlich habe ich festgestellt, dass die Google-Maps-Karten auf dem Blog Unterwegs in Tschechien nicht mehr richtig funktionieren. Google will, dass ich mich mit Kreditkarte registriere und ggf. für die Nutzung zahle. Auf diesem Blog bekomme ich einen gewissen, und vermutlich sehr geringen Anteil der Werbeeinnahmen von Google, aber es ist lächerlich wenig. Im Grunde müsste ich dafür zahlen, dass ich ihnen Kunden zu ihrer Werbung bringe.

Insgesamt regt es zu Überlegungen an, ob ich diesen Blog nicht mal archivieren sollte. Die Besuchszahlen sind zwar nicht schlecht, aber ich habe nun kein Messias-Syndrom, dass ich unbedingt den Hunger der Internetuser nach kostenlosen Inhalten befriedigen müsste.

Dann betreibe ich die englischsprachigen Seiten Weird Things in Prague. Hier will ich meine persönlichen Beobachtungen festhalten, also konkrete Dinge in Prag oder auch Fotos, Berichte usw. Es sollen humorvolle und durchaus auch nachdenkliche Seiten sein. Zumindest sieht so die ursprüngliche Idee aus.

Schließlich haben die zugehörigen Facebook-Seiten ihr eigenes Leben entfaltet, wurden ungleich erfolgreicher und enthüllten eine Präferenz der Leser für witzige Bilder und Links, die nichts mehr mit mir als Beobachter und Sammler zu tun haben. Allenfalls meine Kommentare dazu behalten eine gewisse Relevanz. Im Grunde könnte ich den Blog dicht machen. Ich empfände es aber doch als schade, weil er für einen Teil Prags steht, der für mich sehr wichtig und attraktiv ist.

Die von mir mitbegründete und -aufgebaute NGO existiert weiter. Die Palette der Aktivitäten hat sich allmählich aufgrund der Präferenzen der Geldgeber auf bestimmte Fachgebiete verengt, in die ich mit meinen Qualifikationen nicht mehr hinein passe. Ich vermisse die vielen Reisen nach Indien und Birma, die ich früher als Projektleiter und -mitarbeiter unternehmen konnte. Finanziell ist es jetzt auch blöd, da ich viele Jahre meine früheren Berufsfelder vernachlässigt und völlig in diese Organisation investiert habe. Jetzt muss ich mich auf anderen Gebieten umsehen, habe aber aus der NGO-Zeit sehr spezifische Erfahrungen, die mir zwar oft auch allgemein weiter helfen, die aber kaum irgendwo sonst zu „verkaufen“ sind.

Dann stelle ich auch weiterhin kostenlose WordPress-Plugins her und verkaufe eine Premium-Version. Diese Software ist ziemlich komplex, also zum einen mit Blick auf die Prozesse, die „unter der Motorhaube“ ablaufen, also auch in der Konfiguration für die Kunden. Das heißt, dass ich viel Zeit mit der Lösung von Problemen und mit der Anpassung an die Betriebsumgebung (WordPress, WPML) verbringe, vor allem aber auch mit Kundenkontakten. Letztere reichen von sehr freundlichen Anfragen bis hin zu entnervten Zuschriften, weil irgendetwas nicht vollautomatisch funktioniert (und nicht funktionieren kann), und tagelangen E-Mail-Konversationen über ganz spezifische Wünsche bis hin zu Forderungen nach Erstattung des Kaufpreises, weil der Kunde es sich anders überlegt hat.12

Ich habe etwas gezögert, ob ich die Software-Entwicklung unter den Prager Aktivitäten aufzählen soll. Ich habe sie so konzipiert, dass sie möglichst ortsunabhängig ist, und eigentlich macht die tschechische Umgebung die Sache eher schwerer, z.B. was Formalitäten und die zwangsweise technische Ausstattung für die Umsatzsteuer-Abrechnung anbelangt. Aus dem Grund verkaufe ich nicht direkt, sondern über eine Software-Plattform. Aber eigentlich ist sie nichts, was hier mit dem Ort zu tun hat.

Ganz für mich selbst mache ich etwas, das sich vielleicht grob als Sport klassifizieren lässt, was aber für mich mehr ist: Budo. Ich denke, dass viele Menschen andere Tätigkeiten haben, die einen ähnlichen Sinn erfüllt.

Ein Resümee wird es hier nicht geben. Dazu fehlt mir der Abstand.

photo © by Christoph Amthor