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Verspäteter Rückblick auf die Gegenwart

Als ich eines Morgens erwachte, lebte ich in Frankreich.

So etwa fühlt es sich an.

In den letzten Jahren hatte ich den Wohnort zunehmend flexibel aufgefasst. Meine Arbeit fand seit etwa 2015 fast nur noch online statt und ich war somit frei genug, um hin und wieder ein paar Tage in Dresden oder ein paar Wochen in Hiroshima zu verbringen. Sprachlich kam ich überall zurecht, man muss schließlich nicht alles verstehen, was die Einheimischen sagen. Ich lebte eine Zeitlang mit dem Traum, einmal in Japan Fuß fassen zu können, aber das entpuppte sich bald als sehr schwierig, vor allem was die administrativen Aspekte anbelangte: Wenn man nicht Angestellter einer großen japanischen Firma oder Austauschstudent ist, oder sich in eine japanische Familie einheiratet, dann bleiben einem die Türen zu diesen schönen Inseln verschlossen. Da hilft es auch nichts, seine langjährige Beschäftigung mit der dortigen Kultur als Argument anzubringen – hier zählt nur Business.

Ein weiterer geographischer Schwerpunkt lag im Bereich Birma/Myanmar. So bezaubernd dieses jedoch auch Land sein mag, ich hatte es auf Dauer immer als anstrengend empfunden, zu schwierig für ein Leben, das nicht in einer “künstlichen Wirklichkeit” stattfinden sollte. Das betraf nicht nur die politische Situation, sondern auch Aspekte wie die medizinische Versorgung. Unfallopfer etwa werden stundenlang in Taxis über schlaglochübersäte Straßen gefahren, bis sie zumindest in einer Art Arztpraxis ankommen, wo jedoch kaum die nötige Ausstattung zu finden ist, um komplizierte Operationen durchzuführen.

Unter den vielen Fußnoten meines Lebens befindet sich auch eine, die “Französisch” heißt. In der Schule hatte ich nie Französisch gehabt, obwohl es mich immer gereizt hatte. Mit Englisch und mit Latein, das eine solide Grundlage für klassische Bildung bieten sollte, dessen Nutzen aber schon nach wenigen Jahren längst nicht den zeitlichen und nervlichen Aufwand rechtfertigte, und ein paar naturwissenschaftlichen Fächern hatte ich mir den späten Beginn mit Französisch verbaut gehabt. Ich versuchte Jahre später an der Uni, nach einer massiven Ladung an Physik und Mathematik, abends noch Französisch und Russisch zu lernen. Immerhin brachte ich es zu einem Wortschatz, der mir fortan als Beleg diente, mich zumindest redlich bemüht zu haben.

Später dann, in München, nahm ich Stunden am Institut Français. Insgesamt mochte ich etwa ein halbes Jahr lang Französisch gelernt haben, und das auf sehr niedrigem Niveau, mit wenig Aufwand und geringen Resultaten. Dessen ungeachtet blieb jedoch immer ein Interesse bestehen. Ich hörte französische Musik, sah französische Filme, wenn auch nur in Übersetzung, an der Uni (mittlerweile in den Geisteswissenschaften) las ich französische Autoren, und auch sie nur in der Übersetzung. Schließlich gab mir ein Freund, der zum Studieren nach Frankreich ging und dann dort blieb, eine gute Gelegenheit, mehrmals dorthin zu fahren – zusammen im Auto und auch alleine mit Motorrad und Zelt. Die Strecke nach Bordeaux und Toulouse führten mich vor allem durch südliche Regionen, so dass ich kurioserweise Paris erst sehr spät kennenlernte, obwohl für viele Menschen Frankreich synonym mit Paris zu sein scheint.

Es begann online

Man könnte sagen, dass mich die Pandemie in eine Form der inneren Emigration gezwungen hatte. Als glücklicher Bewohner einer geräumigen Wohnung mit zwei Balkonen konnte ich meinen ungedeckten Bedarf an Reisen und sozialen Kontakten durch einen hohen Konsum an YouTube-Videos und einer strafferen Organisation meines Alltags entschärfen. Eine Bäckerei und der Straßenverkauf eines Restaurants und zweier Brauereien wurden zu wichtigen Fixpunkten in jenen Tagen, ich las viel und machte Fortbildungen, und ich hätte die Tage gezählt, bis ich wieder reisen dürfte, wenn ich das Ende der Beschränkungen nur gekannt hätte.

Auf einer Online-Plattform suchte ich auch weiterhin nach Konversationspartnern, um meine Japanisch-Kenntnisse am Leben zu erhalten. Ich traf mich einmal pro Woche für zwei Stunden Konversation mit einer Japanerin im Büro, was deshalb möglich war, weil berufliche Aktivitäten erlaubt waren. Diese Plauderstunden waren vielleicht ineffizient, aber nett und wie ein Gruß aus der Ferne und von vergangenen Träumen.

Und dann erreichte mich eines Tages eine Anfrage, die allerdings nicht das Japanische betraf, sondern – völlig überraschend – das Französische. Ich hatte diese Sprache nämlich aus einer Laune heraus in meinem Profil erwähnt, unter meinen Fremdsprachen. Gut, ich war ein wenig überrumpelt, und nach ein paar Versuchen musste ich feststellen, dass ich weder über die Vergangenheit noch die Zukunft zu reden vermochte, dass ich von Konjugationen und Deklinationen keine blasse Ahnung hatte und dass mir die einfachsten Konjunktionen fehlten, um irgendetwas sagen zu können, was über die Thematik von Sprachkursen, Lektion eins bis fünf, hinaus ging.

Aus gelegentlichen Video-Treffen wurden fast tägliche, oft mehrstündige Gespräche, wurden reelle Treffen, und mit Web-Seiten, Apps und Audiokursen wagte ich mich mutig in die Tiefen der französischen Sprache vor.

Irgendwann schließlich kam es dazu, dass ich meiner Konversationspartnerin, von der wir längst den Vorwand der “Konversation” gestrichen hatten, bei einem Umzug in ein Dorf im sogenannten “Großen Osten” Frankreichs half. Ich hatte meinen Laptop dabei und setzte gewohnheitsgemäß meine Arbeit dort fort, wo ich Internet hatte. Ich konnte mir erlauben, einige Zeit aus Prag abwesend zu sein. Freunde leerten meinen Briefkasten, es war die Zeit der Schulferien. Und da ging mir auf, dass ich eigentlich auch jetzt hier bleiben könnte. Was spräche denn dagegen? Nun, dagegen sprach die Stimme in mir, die alles im voraus planen will, die Sicherheit und Kontrolle braucht. Aber dann war da auch diese andere Stimme, die selbe Stimme, die mich damals völlig überstürzt nach Prag hatte gehen lassen, die mich für einen Monat zum Sprachkurs nach Odessa geschickt oder völlig unvorbereitet mit dem Motorrad nach Frankreich auf den Weg gebracht hatte, mit einer Maschine, deren Motor zuweilen mitten in der Fahrt auszugehen pflegte.

Ich besaß bald eine französische Handynummer und mein Name klebte auf dem gemeinsamen Briefkasten. Die behördliche Anmeldung war verwirrend einfach, um nicht zu sagen: inexistent: In Frankreich nämlich meldet man sich nicht an und belegt seinen Wohnsitz einfach mit einer Elektrizitäts- oder Gasrechnung, auf der sich der Name befindet, und für viele Zwecke reicht eine Erklärung des Vermieters oder des Mieters, bei dem man wohnt. Der Anfang war verdächtig einfach, und in der Tag stellte es sich dann als sehr viel schwieriger heraus, ein Bankkonto zu eröffnen, eine Krankenversicherung mit einer gültigen (!) Nummer zu bekommen, ein selbstständiges Gewerbe anzumelden und daneben auch noch alle möglichen Ab- und Ummeldungen in Tschechien vorzunehmen. Allein schon die amtlich beglaubigten Unterschriften für meine tschechische Bank (die Registrierung der neuen Rufnummer für das Online-Banking, nachdem die tschechische Nummer plötzlich aufgehört hatte zu funktionieren) und eine Vollmacht führten dazu, dass mich die Angestellte beim tschechischen Konsulat in Straßburg schließlich als Bekannten begrüßte und mich fragte, ob der Pass vom letzten Mal noch gelte. Für den bloß zehnminütigen Vorgang des Unterschreibens und Stempelns war ich einen ganzen Tag unterwegs, da keine günstigeren Züge fuhren.

Die Abmeldung des tschechischen Hauptwohnsitzes ging nur persönlich oder per Einschreiben, was teuer war und langwierig. Man bedenke nur den einwöchigen Postweg nach Prag und sodann den mehrtägigen Weg der Behördenvertreter zum Postamt, um die eingetroffenen Sendungen abzuholen. Nachdem das zuständige Ministerium die Bestätigung an die falsche Adresse abgeschickt hatte, konnte ich nicht einfach anrufen oder eine E-Mail schicken, sondern musste erneut einen eingeschriebenen Brief schicken, in dem ich um eine erneute, und diesmal korrekte Zustellung bat.

Auf diese Weise vergingen die Monate, und man glaubt gar nicht, wie schnell ein Vormittag dahin ist, den man mit Formularen, Briefen und Gängen zum Postamt verbringt, wo ich mich längst schon nicht mehr ausweisen muss, da ich dort Stammkunde bin.

Sprachlosigkeit und viel Geduld

Sprachlich fühle ich mich wie jemand, der im Pazifik das Schwimmen lernt. Gelesenes Französisch kann ich mir oft mit englischen Vokabeln zurechtinterpretieren, ansonsten hilft mir DeepL, die bessere Google-Translate-Variante aus Köln. Ich hatte erste sprachliche Erfolge in unserer Dorf-Épicerie und lernte in einem Schwimmkurs (für Fortgeschrittene und als Antidot zu meinen tief sitzenden Erfahrungen aus der Schule), die sprachbegleitende Pantomime der stämmigen Schwimmlehrerin zu deuten. Neue Vokabeln erwarb ich somit an der Käsetheke und beim Luftholen, während ich immer noch keinen Smalltalk verstand. Ich absolvierte eine Online-Fortbildung per Videos auf Französisch und machte dort die Bekanntschaft mit der ganz eigenen französischen Aussprache englischer Wörter, relativiert nur durch die vorangegangene Erfahrung eines englischsprachigen Kurses mit schmerzlich deutschem Idiom, zu dem ich hier aus Rücksicht nicht verlinken werde.

Eines Tages wurde ich von einer Agentur angerufen, und während die Fragen über meinen beruflichen Werdegang und meine Gehaltsvorstellungen durch die Gehirnwindungen rasselten wie ein Eimer französischer Legosteine, die man in ein deutsches Orchestrion geschüttet hatte, begriff ich mit einem Mal, dass es sich hierbei um ein Bewerbungsgespräch handelte. Es folgte später ein weiteres Gespräch mit einer Agentur, diesmal per Video, was den Vorteil hat, dass nun Mimik und Gestik viele Verständnislücken auffüllen, oder zumindest kaschieren können.

In dem hiesigen Naturschutzverein, in dem ich Mitglied bin, gibt es Leute, die stundenlang sprechen, während mein Gehirn wie ein Sieb versucht, zumindest die größeren Partikel und die Strukturen aufzufangen und diese Teile wie in einem unendlichen Puzzle zu sinnvollen Einheiten zu kombinieren. Nach rund einer Stunde der Konzentration fühlt sich mein Denken an wie ein schwerer Koffer, der mir immer wieder aus den kraftlosen Fingern rutscht. Nach zwei Stunden erwische ich mich fast nur noch dabei, wie meine Gedanken längst abgeschweift sind, und jeder nichtige Anlass in meiner Umgebung ist nun dazu geeignet, mir wohltuende Ausflüchte zu bieten, und nach geschlagenen drei Stunden bin ich schließlich so betäubt, dass ich es nicht einmal merke, wenn mich jemand anspricht, und jeder kleinste Denkaufwand führt zu einem zähen Prozess in meinem sprachverschlammten Gehirn, ähnlich wie man nach einer ewigen Serie von Liegestützen nun ein Glas Wasser zum Mund führen will, und man bekommt es einfach nicht vom Tisch hoch.

Treffen mit Freunden von Freunden verliefen oft beschämend frustrierend. Vielleicht vermochte ich aus den fünfzig Prozent, die ich mittlerweile schon verstand, das Thema zu erschließen, vielleicht sogar begriff ich ganz konkret und mit nur fünf Sekunden Verzögerung, worüber vorhin alle außer mir gelacht hatten. Aber ich erfuhr auch während vieler Monate, wie unglaublich wichtig es mir ist, mich selbst aktiv in Gespräche einbringen zu können, sei es mit einer Zwischenfrage, mit einem Laut des Erstaunens, oder sogar mit einer eigenen Erfahrung, mit meiner Meinung, die mich vor den Anderen ein bisschen sichtbarer werden lassen, die mir ein paar Facetten und Details beifügen, etwas Tiefe verleihen, die mich vom “deutschen Freund der Freundin, der immer stumm dabei sitzt, zunächst lächelnd, aber zunehmend geistesabwesend auf die Tischplatte stierend,” zu einem Menschen werden lassen, der eine bestimmte Art des Humors hat, der bestimmte Länder bereist und Dinge gesehen und gemacht hat, der tatsächlich zuhören und auch etwas beitragen und das Gespräch in eine interessante Richtung lenken kann, wenn er nur kann.

Soweit zu meiner anhaltenden Begegnung mit dem Französischen. Die Erfahrung, und so auch die meinige, lehrt einen, dass die beständige Beschäftigung mit einer Sprache zwingend dazu führen wird, sie immer besser zu beherrschen. Der Genuss, eine Sprache zu verstehen, bringt hohe Investitionskosten mit sich. Das ist einfach nicht kostenlos zu haben.

Dann gibt es noch das Frankreich anderer neuer Erfahrungen, der unzähligen Bezeichnungen für Speisen, dass man Soßen selbst zusammenrührt und Fertiggerichte meidet, dass man wenig zum Frühstück und spät zu Abend isst und dass man sehr viel mehr gemeinsam macht, als es in Deutschland normal war, eines Landes einer etwas altmodischen Höflichkeit, wo man sich noch mit “mein Herr” und “meine Dame” anspricht, wo Kultur und Humor ein völlig anderes Niveau haben, einfach weil sie geschätzt und gepflegt werden, in der Familie und im Kleinen, wo Kultur nicht Goethe und Oper heißen muss, sondern auch Satire und raffinierte Comics, spannende (und nicht moralisierende) Fernsehserien und Wortneuschöpfungen, und überhaupt viele Produkte, die nicht erst noch institutionell gefiltert und begradigt werden müssen, bevor sie der passiv konsumierenden Masse zugeleitet werden. Und nicht zuletzt ist es ein Land des Laizismus, zumindest offiziell.

Frankreich ist allerdings auch die Erfahrung verschwindend weniger Fahrradwege, und das trotz der Tour de France, man ist Stolz auf seine technischen Errungenschaften, hier gab es Minitel und hier fährt einen der TGV in etwas mehr als einer Stunde nach Paris, während das deutsche Selbstbild vom größten Technolgiestandort aller Zeiten zu einem guten Teil davon zehrt, dass man den Blick auf andere Länder verweigert. Erneuerbare Energiequellen sind in Frankreich jedoch eher mäßig vertreten und die Atomkraft hat noch etwas von Religionsersatz, als Strahlenkranz des Präsidenten, denn alles andere wäre wohl inakzeptabel für diese “große Nation”. Viele Dörfer sind wie ausgestorben, man fährt lange im Auto zur Arbeit und einkaufen, und das Klischee vom malerischen Café unter Bäumen und dem kleinen persönlichen Laden entspricht zumindest hier in der Region nicht der modernen Wirklichkeit.

Paris ist faszinierend, vor allem seit ich dort unbeschadet Fahrrad gefahren bin, aber ich bin trotzdem froh, in der von Parisern oft belächelten, ignorierten oder völlig unterschätzten Provinz zu leben. Hier ist noch nie jemand ungeduldig geworden, weil ich sprachlich auf Unter-Vorschulniveau einen Einkauf oder Behördengang erledigen musste.

Jetzt müsste ich noch viel über die mehr persönlichen Aspekte meines Lebens schreiben, aber dafür ist dies nicht der rechte Platz. Ich habe generell viel neu begonnen. Ich habe seit Jahren wieder einmal gezeltet, ich habe wieder gezeichnet, habe mir ein hochwertiges Tourenrad mit Satteltaschen gekauft, nach all den Jahren von City-Bike-Sharing, wo man sich mit gekrümmtem Rücken auf lückenhaften Fahrradspuren und im ersten bis dritten Gang durch den Verkehr strampelt (abgesehen von ein paar schönen Touren auf guten Mieträdern), ich habe mich beruflich in eine neue, oder eigentlich alte Richtung orientiert, habe also alte Erfahrungen durch einen Ausbildungs-Marathon auf den aktuellen Stand der Zeit gebracht, ich habe nach Jahrzehnten wieder mit Elektronik gebastelt, führe in meinem Lebenslauf neuerdings ein Praktikum auf, das ich anno 1992 absolviert habe, und ich habe eine Programmiersprache weiter gelernt, die ich zuletzt 1994 in England benutzt hatte.

Über meine Beziehung werde ich hier ebenso wenig schreiben. Ich bin nicht der Mensch, der das Private gerne öffentlich ausbreitet, aber das mag vielleicht darüber hinweg täuschen, wie viel Platz dies Ungesagte in meinem Leben einnimmt, wie grundlegend es mich verändert und meine Wege gelenkt hat und wie sehr es mich jeden Tag aufs Neue beschenkt und bereichert.

Ich sollte wohl auch ein paar Fotos einfügen. Eigentlich bin ich jetzt zu träge, um die Monate von Bildern zu durchsuchen. Ein paar Fotos habe ich aber nun doch gefunden.

Jetzt endlich hat auch Frankreich den verdienten Platz unter meinen Schilderungen und Reflexionen gefunden. Zumindest ist ein Anfang gemacht.

Ein verpasstes Jubiläum

Am 6. September feierte der tschechische Reise-Blog Unterwegs in Tschechien sein fünfjähriges Jubiläum. Eigentlich hatte ich mir dazu eine besondere Aktion oder zumindest einen Artikel vorgenommen, aber dann habe ich den Termin, der sogar in meinem Kalender steht, einfach verpasst.

Das liegt sicher auch daran, dass 2020 kein gutes Reisejahr ist. Warum also einen Artikel über das Reisen schreiben?

Besucherstatistik des Tschechien-Blogs. Im September geht die Kurve wieder hinunter.

Momentan ist die Lage so, dass man nach Tschechien ein- und ausreisen darf, aber beim Grenzübertritt nach Deutschland ist ein negativer Virentest oder Quarantäne fällig, falls man aus Prag kommt.

Die Ausbreitung von COVID-19 in Tschechien bricht fast täglich frühere Rekorde. Im öffentlichen Leben ist das jedoch nicht zu spüren. Mit den Fallzahlen steigt natürlich auch wieder die Zahl der täglich Verstorbenen. Es interessiert aber offenbar nur wenige Leute.

Daten: Johns Hopkins University (Infektionen in Tschechien bis 15.9.2020), Hintergrund: Brauereifest am 12.9.2020 in Prag

Eigentlich müsste ja eine geringfügige Einschränkung der eigenen Bequemlichkeit in Kauf zu nehmen sein, wenn damit ein qualvoller und verfrühter Tod anderer Menschen verhindert werden kann. Aber die menschliche Psyche ist bekanntermaßen sehr kreativ mit allen möglichen Argumenten und Theorien, die eine Bevorzugung des eigenen Wohlgefühls zum Ergebnis haben.

Es ist vielleicht auch eine Folge dessen, dass viele unangenehme Aspekte des Lebens nur noch sehr abstrakt vermittelt werden. Wenn ich davon höre, dass jemand auf der Intensivstation stirbt, dann fallen mir sehr reale Erfahrungen aus dem Zivildienst ein. Viele Leute denken statt dessen an Abhärtung und Auslese, an Verschwörungen und Regierungspolitik.

Nächtlicher Inselurlaub

Ein anderer Grund, warum ich den Termin verschlafen habe, war meine Teilnahme am WordCamp Ogijima. Ogijima ist eine winzige Insel vor der japanischen Pazifikküste, aber dennoch geschützt hinter einer großen Insel. Die drei Schriftzeichen zeigen übrigens einen Mann, einen Baum und eine Insel.

Die Veranstaltung, die eher ein Treffen einer weltweiten Gemeinschaft als eine Konferenz ist, hätte natürlich nicht in die dortige Bücherei gepasst. Das musste sie auch gar nicht, denn sie fand online statt. Ein paar der Veranstaltungen liefen auf Englisch, während die meisten halbautomatisch mit Untertiteln übersetzt wurden.

Für mich in Prag hieß das, dass ich um zwei Uhr morgens aufstehen musste. Es war ein unwirkliches Gefühl: Während vor dem Fenster tiefe Nacht herrschte, nahm ich virtuell an einer geschäftigen Veranstaltung teil. In der “Mittagspause” habe ich mir dann einen starken Kaffee gemacht.

Ein paar der Organisatoren lebt natürlich wirklich auf Ogijima oder nahebei. Aber auch innerhalb Japans waren die Teilnehmer weit gestreut.

In diesem Jahr, in dem Fernreisen fast unmöglich sind, war dies eine sehr aufbauende Erfahrung. Eigentlich saß ich ja nur vor dem Laptop, wie auch an anderen Tagen, aber trotzdem bleibt so etwas wie das Gefühl, einmal fort gewesen zu sein.

Eingeschränktes Leben

Fand ich witzig: Einige Programmierer wissen aus Erfahrung, dass sie die Fehler bloß modifizieren, statt sie zu beheben.

Alle Arbeit, die mit Software zu tun hat, geht natürlich unvermindert weiter. Anders als im Frühjahr, als ich von morgens bis abends nur am heimischen Schreibtisch saß, kann ich nun auch in Cafés arbeiten. Als Selbstständiger habe ich mein Büro natürlich zu Hause, mit allen Vor- und Nachteilen.

Ich vermag nicht zu sagen, wie sich die Pandemie auf diese Einnahmen ausgewirkt hat. Wie auch zuvor schwanken sie eben von Monat zu Monat. Idealerweise müssten sie steigen, um die anderen Einnahmequellen zu ersetzen, die durch den zusammengebrochenen Tourismus ausfallen.

Ein Bekannter ist mit seiner Firma infolge der Krise in Konkurs gegangen. Gemessen daran geht es mir also noch ganz gut. Ich habe keine Angestellten, für die ich verantwortlich bin, und habe auch keine Kosten für Betriebsräume oder Lagerbestände.

Freilicht-Aufführung eines Theaters in Prag mit einer Requisite, die an ein Puppentheater erinnert.

Es ist oft davon die Rede, dass dieses Jahr besonders Online-Technologien fördert, also in etwa wie ein neuer Selektionsdruck, der die Evolution von Technologien verändert. Ich denke, dass dies aber auch für “soziale Technologien” zutrifft, also für – psychische und organisatorische – Methoden, mit den Einschränkungen umzugehen. Viele Lebensweisen und Berufe erweisen sich als krisensicherer als andere.

Zudem wird es auch das Bewusstsein verändern, welche Privilegien selbstverständlich sind und welche innerhalb weniger Tage oder Wochen verschwinden können. Für mich betrifft das etwa das Reisen: spontane Reisen und Fernreisen haben nun einen viel höheren Seltenheitswert.

Bäume im Winter

Prinzipien für das Leben, übertragen auf Budo

Kürzlich wurde ich auf einen Beitrag aufmerksam, der den Titel “Principles For Living: An Operating System For Life” trägt.

Zunächst hatte ich das Gefühl, dass es sich dabei nur um allgemeine Aussagen handelt, die zwar wahr sind, aber auch nicht unbedingt revolutionär. Dann aber stellte ich überraschend fest, dass sie sich recht gut auf Budo (in meinem Fall vor allem Aikido und Jodo, aber auch andere, nicht mehr aktiv betriebene Budo-Arten) übertragen lassen.

Ich werde hier also versuchen, diese fünf Prinzipien auf den Bereich der Kampfkünste zu übertragen und zu schreiben, was mir dazu einfällt.

1. Richtung ist mehr als Geschwindigkeit

Mit vollem Tempo loszulaufen ist unsinnig, wenn die Richtung falsch ist.

Es ist daher auch unsinnig, sich bloß auf schnelle Erfolge zu konzentrieren. Wenn die Richtung stimmt, dann kommt man ans Ziel, oder zumindest an ein Ziel.

In manchen Budo-Arten geht es wirklich extrem langsam voran. Wer hier nur auf Geschwindigkeit achtet, der versperrt sich diejenigen Ziele, die nur mit Geduld zu erreichen sind.

Ich habe diese Aussage hier auf die Entwicklung und den Lernfortschritt bezogen. Vielleicht ließe sich aber auch sagen, dass Präzision und korrekte Ausführung einer Technik Vorrang haben vor der Geschwindigkeit. Natürlich ist auch die Geschwindigkeit wichtig, aber ich denke, dass sie durch wiederholtes Üben als zweites gesteigert wird, nachdem zuerst die “Richtung” erlernt wurde. Umgekehrt dürfte das nur sehr schwer, vielleicht sogar unmöglich sein.

Mir fallen da ein paar Leute ein, die versuchen, mit dem Schwert besonders schnell zu sein. Wenn ich sie sehe, habe ich oft den Verdacht, dass sie vor allem so schnell sind, damit niemand in der Lage ist, ihre Fehler zu sehen. Geschwindigkeit kann paradoxerweise also auch ein Hindernis sein, um voran zu kommen.

2. Würdigung des Augenblicks

In dem Originaltext geht es hier um bewusstes Leben, statt einfach nur die Zeit seines Lebens abzusitzen. In Budo sehe ich darin die Lehre, dass jeder Augenblick wichtig ist, um seine Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

Selbst das Training mit einem Anfänger kann einen Fortgeschrittenen weiter bringen und selbst das Verhalten im Dojo ist ein Aspekt, der sich dann in der Technik niederschlägt.

Wenn man in extremer Zeitnot nur zehn Minuten lang ein paar Kihon durchgehen kann, dann sind diese zehn Minuten umso wichtiger. Umgekehrt stört es mich immer, wenn ich mit Leuten trainiere, die in einer Art Protesthaltung absichtlich schlampig werden – in der Technik, oder auch im Umgang miteinander. Auch wer die oft etwas langweilige Rolle des Angreifers übernimmt, sollte seine volle Aufmerksamkeit der Technik und dem Menschen gegenüber widmen.

Am schwersten ist die Einhaltung dieser Regel sicher bei Übungen, wo man lange Zeit immer die selbe Bewegung wiederholt. Nach einiger Zeit schweifen die Gedanken ab und man macht die Bewegung nur noch mechanisch wie ein Uhrwerk.

3. Bereitschaft zu lernen

Es ist nicht wichtig, recht zu haben, sondern die Sachen richtig zu machen.

Manchmal ist von einer bestimmten Demut die Rede, die für Budo unverzichtbar sei. Das interpretieren manche Leute dann so, dass sie sich andauernd verbeugen sollen. Aber ich verstehe darunter vor allem, sein Ego zurückzunehmen und immer bereit zu sein, sich zu korrigieren.

Das klingt einleuchtend, ist aber manchmal extrem schwer, besonders in einem Klima, wo Hierarchien viel zählen. Und das ist gerade im Budo oft der Fall, man denke nur an all die Titel und Zertifikate. Fortgeschrittene verteidigen ihr Ansehen und ihre Bequemlichkeit und Anfänger glauben, sie könnten mit ihren oberflächlichen Erfahrungen den Fortgeschrittenen Fehler nachweisen.

Fortgeschrittenen Budoka, die noch etwas anderes beginnen, haben oft Probleme damit, sich dort wieder unter den Anfängern zu befinden. Für viele Leute ist das sicher ein Grund, warum sie sich nie aus ihrem Bereich hinauswagen.

Vielleicht hat es damit nur indirekt zu tun, aber mir fällt bei diesem Punkt ein, dass ich zumeist in denjenigen Dojos am besten trainiere, wo am wenigsten geredet wird.

4. Prinzipien führen weiter als Taktiken

Es ist wichtiger, die Grundlagen zu verstehen, als einen Effekt zu erzielen. Natürlich lernt man auch dadurch, indem man Andere kopiert. Aber das ist nur der Beginn auf dem Weg zum eigenen Verständnis.

Verständnis lässt sich nicht mitteilen, Verständnis lässt sich nur erwerben. Teil des Verständnisses ist auch, dass man versteht, wie wenig vom Ganzen man eigentlich versteht, da sich mit zunehmender Erfahrung auch der Horizont erweitert.

Manche Leute lernen Budo-Techniken so, wie wenn man eine Fremdsprache als Ansammlung von Phrasen lernt. Da mag es auf jede Frage eine Antwort und für jede Lebenslage eine Phrase geben. Aber Auswendiglernen ist doch etwas anderes als Verstehen. Und das ist in Budo nicht viel anders.

5. Verantwortung übernehmen für eigene Taten und Entscheidungen

Natürlich geht es bei Verantwortung auch darum, dass man nicht seine Überlegenheit an einem Trainingspartner auslässt, der sich als “Übungsobjekt” zur Verfügung stellt, oder dass man als Lehrer nicht die unterlegene Stellung der Schüler ausnutzt, um sich an der eigenen Überlegenheit zu berauschen.

In dem Originaltext wird vor allem betont, dass man sich nicht die Möglichkeit verbauen soll, seine Fehler zu korrigieren. Das geht in die selbe Richtung wie die Bereitschaft zu lernen. Voraussetzung dafür ist natürlich zu verstehen, dass man Einfluss auf seine eigenen Handlungen hat. Positiv formuliert hat man die Möglichkeit, sie, falls nötig, zu verbessern.

Mir fallen bei dem Punkt Budoka ein, die für alle ihre Probleme eine Entschuldigung haben. Entweder haben sie heute lange gearbeitet, oder sie konnten nicht so oft trainieren wie andere, weil sie weiter weg wohnen, oder sie sind einfach alt. Natürlich spielen solche Faktoren eine Rolle und jemand mit altersbedingten Gelenkschmerzen trainiert natürlich anders als ein zwanzigjähriger “Gummimensch”.

Auch wenn sich viele gerne als Opfer der Umstände darstellen, steht am Anfang oft eine eigene Entscheidung. Wer zu weit wohnt, einen stressigen Beruf oder eine Familie hat, der hat sich zumeist an irgendeinem Punkt seines Lebens dafür entschieden. Oft ist es eine Frage der Prioritäten, sei es bewusst oder unbewusst. Das trifft nicht immer zu, aber doch häufig.

Es ist kein Problem, seine Prioritäten so oder so zu gewichten. Nur sollte man dann auch dazu stehen. Irgendwo hat man sich für eine schöne Wohnung und einen Beruf entschieden, der einem materielle Sicherheit im Alter bringt, aber im Gegenzug hat man einen langen Weg zum Dojo und wenig Zeit für das Training. Dann ist man im Budo eben um ein paar Stufen schlechter oder braucht ein paar Jahre länger. Man weiß es, also kann man auch schweigen und sich anstrengen, so gut es eben geht.

Foto: basic principle von andreas.klodt

セミ

Mein WordPress Plugin ist acht Jahre alt

Am Dienstag, den 19. Juni 2012 habe ich um 16 Uhr 9 den ersten “Commit”1 meines ersten öffentlichen Plugins gewagt. Als Namen habe ich mich für eine kurze, sachliche Beschreibung entschieden: Tag Groups. Wie so vieles habe ich auch diese Entscheidung eher aus dem Bauch heraus getroffen, ohne vorangegangene Forschungen.

Damals hatte es ein ähnliches Plugin gegeben, das jedoch nicht das zu leisten vermochte, was ich gebraucht hatte. Meine Neuschöpfung war eine Sonderanfertigung für das jetzt stillgelegte Projekt EcoBurma gewesen.

Vor acht Jahren hatte also der erste von 276 Commits stattgefunden.

Es ist kein rundes Datum, und inzwischen habe ich auch den eigentlichen Tag verpasst. Trotzdem habe ich beschlossen, ein paar verstreute Gedanken dazu aufzuschreiben.

1. Geringe Verbreitung

Die Anzahl der aktiven Installationen steigt nur extrem langsam. Manchmal oszilliert die Kurve, die das Wachstum bezeichnet, um den Nullpunkt. Das ist umso erstaunlicher, als die Bewertungen eigentlich sehr gut sind und WordPress insgesamt expandiert.

Entweder handelt es sich um ein extremes Nischenprodukt, oder die Leute, die es gebrauchen könnten, wissen nichts davon. Wenn es einfach schlecht wäre, dann müsste es sich auch in den Bewertungen niederschlagen.

Es ist ein bisschen frustrierend zu sehen, dass schlecht dokumentierte Plugins, die seit Jahren nicht mehr instand gehalten werden und wo sämtliche Supportanfragen unbeantwortet bleiben, die nicht einmal etwas Besonderes bieten, oft ein Vielfaches an Nutzern haben. Insgesamt trägt es zu dem Eindruck bei, dass Arbeitsaufwand und der Grad der Verbreitung nicht unbedingt zusammenhängen.

Natürlich könnte ich jetzt in Werbung investieren (einige Hundert oder Tausend Dollar, mit völlig ungewissem Ergebnis), aber dafür fehlen mir Geld und vielleicht auch das nötige “Business-Bewusstsein”. Ich habe sehr oft Veränderungen eingebracht, die das Produkt nutzerfreundlicher machen, so etwa den “Setup Wizard”, wo man nur mehrmals auf “Weiter” klicken muss, um dann loslegen zu können. Es bringt was für den Prozentsatz der Leute, die dann zur bezahlten Premium-Version wechseln, aber die Statistik für das kostenlose Plugin bleibt etwa gleich.

2. Nervosität vor jeder neuen Version

Jede neue Version lässt bei mir das Adrenalin in die Höhe schießen: Anspannung, Zittern, und danach doch zumeist Feierlaune. Kaum ist eine Version draußen, da entdeckt man schon etwas, was noch verbessert werden könnte oder repariert werden müsste. Also kommt es auf die Liste für die nächste Version.

In den ganz üblen Fällen ist etwas kaputt gegangen. Bei irgendwem ist Gutenberg deaktiviert und der Debug-Modus ein, und dann meldet die Software, dass eine Funktion nicht existiert. Da hätte ich natürlich testen müssen, hatte aber bei den vielen möglichen Konstellationen nicht daran gedacht. Solche Fälle sind aber extrem selten (an den einen erinnere ich mich, vielleicht waren es auch zwei). Eigentlich sind sie erstaunlich selten, wenn man bedenkt, wie viele Versionen die kostenlose Version schon gesehen hat, und auch bei der Premiumversion ist es jetzt schon eine ganze Reihe von Versionen.

セミ
Ein “Bug” in Japan

In solchen Fällen denke ich mir oft, dass es toll wäre, Tester zu haben. Natürlich teste ich selbst nach einer immer besser werdenden Checkliste und habe (derzeit noch unvollständige) Unit-Tests, aber vier Augen sehen immer mehr als zwei und es kommt auch die berühmte Betriebsblindheit hinzu.

Tester kann ich nicht bezahlen. Bei meiner Verkaufsplattform Freemius kann man neue Versionen zunächst als Beta markieren, so dass diejenigen Kunden, die sich dafür interessieren, eine Vorabversion bekommen. Allerdings ist mir nicht bekannt, dass jemand ein neues Feature unbedingt um ein paar Tage früher haben wollte. Also bleibt der Anreiz dafür, warum jemand ein Tester werden sollte, eher schwach.

3. Zu kompliziert, historisch bedingt

Weder das kostenlose Plugin noch die bezahlten Versionen sind Resultate einer vorangegangenen Planung. Sie sind einfach über die Wochen, Monate und Jahre gewachsen. In manchen Zeiten ist alle zwei Wochen eine neue Funktion hinzugekommen, etwas wurde benutzerfreundlicher, indem ein paar Einstellungen einfacher wurden, oder flexibler und damit schon wieder komplexer.

Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es sehr viel sinnvoller gewesen, ein extrem simples Programm anzubieten, bei dem man drei Sachen einstellen kann und das dann irgendwelche Bilder oder Effekte zeigt. Die Kunden wären begeistert gewesen. Bei Tag Groups läuft unglaublich viel unsichtbar in der Verarbeitung von Daten ab. Das muss zu überhaupt keinem sichtbaren Ergebnis führen, denn man kann die so organisierten Daten auch einfach nur im Backend verwenden.

Beispielsweise kann die Autorin eines Beitrags Schlagwörter in verschiedenen Feldern hinzufügen, von denen ein jedes einer Schlagwortgruppe entspricht. Beim Speichern des Beitrags muss sich nun das Plugin an der richtigen Stelle einklinken und dann feststellen, ob sich ein gespeichertes Schlagwort an der vorherigen Stelle befindet, oder verschoben wurde, oder in einer Gruppe belassen und zusätzlich in einer neuen Gruppe hinzugefügt wurde, oder in einer Gruppe verwendet wurde, in der es vorher noch nicht war, oder überhaupt völlig neu generiert.

Die Logik dafür ist so einigermaßen komplex. Inzwischen funktioniert sie so, wie sie soll, aber auch das nur, wenn man sie lässt. Das große Problem der Plugins (also Erweiterungen) ist nämlich, dass sie sich zuweilen gegenseitig in die Wege kommen, vor allem wenn irgendwo eines einen Fehler verursacht.

Ich habe erlebt, dass ein sehr verbreitetes Plugin, das die besten Bewertungen hatte, einen JavaScript-Fehler verursachte, der dazu führte, dass bestimmte Funktionen meines Plugins nicht mehr funktionierten. Die Folge war, dass die Anfragen und Beschwerden dann bei mir eingingen. Ich hatte zeitweise sogar eine schlechte Bewertung deswegen.

Ich hatte daraufhin versucht anzuregen, dass Bewertungen erst dann abgegeben werden sollten, nachdem die Benutzer überhaupt versucht hatten, das Problem zu melden und zu lösen, aber das wurde von einem Forum-Moderator schnell und in etwas überheblichem Ton abgeschmettert. Dieser Moderator war übrigens (soweit ich es aus den Namen erkennen konnte) einer der Autoren desjenigen Plugins, das den Fehler überhaupt erst verursacht hatte. Ja, in der Position hat man gut Lachen!

Die viel beschworene WordPress-Community hat mich da nicht immer überzeugt. Es herrschen einfach zu verschiedene Bedingungen. Wenn man nur ein relativ unbekanntes Plugin zur Verfügung stellt, dann ist man ziemlich auf sich selbst gestellt. Sobald man versucht, etwas Geld damit zu verdienen, so ist es bei manchen Leuten fast wie ein Tabubruch, als hätte man etwas Unehrenhaftes gemacht. Aber auch meine Rechnungen müssen irgendwie bezahlt werden, daran führt kein Weg vorbei.

4. Diverse Kundenkontakte

Der mit Abstand schwierigste Aspekt sind unfreundliche Kundenkontakte. Stellen wir uns vor, 20 oder vielleicht sogar 50 Prozent aller Kunden einer Bäckerei kommen wieder zurück in den Laden. Ein paar wollen nur, dass man ihnen das Brot schneidet, was kein Problem ist. Ein paar aber werfen die gekauften Backwaren auf den Boden, trampeln darauf herum und sagen, dass sie eigentlich eine Pizza gewollt hätten.

Natürlich ist man als Verkäufer durch die AGBs geschützt, aber diese Kunden können einen jeden Tag 20 Minuten und sehr viele Nerven kosten. Das geht dann soweit, dass man sich nach der Arbeit erschöpft auf den Balkon setzt oder sich was zu Essen macht, und da ist das Problem wieder im Kopf und man überlegt, wie es am nächsten Tag oder nach dem Wochenende weiter gehen könnte. Irgendwo ist dann der Punkt, wo man sich entscheidet, auf die ohnehin schon sehr knappen Einkünfte zu verzichten, einfach nur, um die Sache loszuwerden und die finanziellen und gesundheitlichen Verluste einzugrenzen.

Der Rat liegt nahe, dass man diese Konflikte nicht emotional an sich herankommen lassen sollte, aber in solchen Sachen sind die Menschen eben sehr verschieden. Wenn ich einem Kunden bei dessen Projekt helfe, dann entwickle ich in dem Moment ein sehr persönliches Interesse daran, dass es erfolgreich wird, und ich freue mich ehrlich, wenn ich sehe, wie zufrieden die Leute sind, die meine Software verwenden. Umgekehrt verletzt es mich, wenn meine Arbeit mit Füßen getreten wird. Wer sie nicht will, braucht sie ja nicht zu kaufen. Es gibt ein 7-tägiges kostenloses Trial, während dessen also alle Funktionen ausprobiert werden können. Wer nicht zufrieden ist, der storniert es, bevor er etwas zahlen muss. Und fertig!

Ich hatte vorhin mit Absicht das Beispiel eines Bäckers gewählt. Natürlich sind dort die Produkte sehr viel billiger, aber bei Software lockt man mit niedrigen Preisen nur minderwertige Kunden an. Ja, auch Kunden haben Qualitätsmerkmale. Ich habe keine Ahnung wie viele Kunden im Lebensmittelgeschäft oder im Restaurant etwas zurück geben, weil sie sich nach dem Verzehr anders entschieden haben. Das kommt vor, aber ich vermute, dass es sich im einstelligen Prozentbereich bewegt. Als Verkäufer wird man vielleicht abschätzen wollen, ob es sich um einen “vorsätzlichen Serientäter” handelt, aber dann lässt man die Sache gut sein, da die Beschäftigung damit teurer ist als die Erstattung. Das gilt vor allem für große Firmen, die einfach einen bestimmten Prozentsatz Remittenden einkalkuliert haben. Indem sie das Rückgaberecht anbieten, steigt ja auch die Zahl der Käufer, was unter dem Strich einen Vorteil bringt.

Im Internet ist alles irgendwie “unwirklich”. Wer im Restaurant die Zahlung verweigert, muss dem Kellner, der gerade für einen gearbeitet hat, ins Gesicht sehen. Vielleicht kommt auch noch der Koch aus der Küche. Software dagegen ist für viele Leute ein Teil eines großen digitalen Universums, in dem sehr viel kostenlos erhältlich ist. Man kauft eigentlich nur die Berechtigung, es in einer bestimmten Weise zu verwenden, und es läuft auf einen abstrakten Lizenzschlüssel hinaus.

Die Dokumentation braucht man nicht zu lesen, denn man kann ja eine Mail schreiben, das geht schneller. Man schickt einfach mit jeder Mail fünf verschiedene Fragen, wie dieses und jenes konfiguriert werden soll, um am Ende dann zu konstatieren, dass die Software doch nicht genau das kann, was man will. Und außerdem sei sie viel zu teuer. Dabei hat der Kunde mit seinen drei Mails bereits mehr an Kosten verursacht, als er überhaupt bezahlt hat. Das ist für ihn okay. Wenn es ein All-You-Can-Eat-Buffet gibt, dann isst man eben auch über den Hunger hinaus.

Als Verkäufer, der mit seinen Einnahmen gerade so seine Rechnungen bezahlen kann, entwickelt man dann ein Frühwarnsystem. Wenn eine Vorab-Anfrage eintrifft, wo ein Kunde sein kompliziertes Projekt schildert und in Aussicht stellt, dass er dann, bei Erfüllung aller 20 Punkte, gnädig gewillt wäre, 30 Euro auf den Tisch zu legen, dann kann ich nur lachen. Die Antwortet lautet natürlich: Nein. Sorry. Dieses Produkt kann Ihnen auf keinen Fall helfen helfen. Und das ist oft gelogen. Denn dieser Kunde würde sonst nach dem Kauf seine 20 Punkte durchgehen, würde eine persönliche Betreuung einfordern und mich dafür verantwortlich machen, wenn etwas nicht funktioniert.

Die Lösung wäre dabei ganz einfach: Er müsste sich einen Experten leisten, den er nach Arbeitszeit bezahlt. Aber das ist nicht im Produkt enthalten.2

Da hilft nur sortieren und dann die umgänglichen Kunden entsprechend engagiert versorgen und die destruktiven loswerden. Kunden sind keine Könige, sondern Gäste.

Fazit?

Die Arbeit ist, um es mal neutral zu sagen, unglaublich vielseitig. Es ist ein tolles Gefühl, etwas gebaut zu haben, was unter Alltagsbedingungen funktioniert, zuverlässig und zum Teil als “Hauptattraktion” einiger Websites. Ich habe WordCamps besucht und einige Hürden überwunden, so etwa “Gutenberg”, einen neuen WordPress Editor, für den ich einige neue Software-Kenntnisse erwerben musste.

Das Projekt ist somit auch darin besonders, dass es kaum in meinem Leben eines gibt, in das ich so beständig investiert habe, das also einen solchen persönlichen Wert erworben hat.

Andererseits gibt es immer noch eklatante Probleme, wie etwa die Verbreitung oder besagte destruktive Kunden, die vielleicht nie zu lösen sein werden. Ein paar Dinge ließen sich durch eine “betriebsinterne” (klingt komisch, wenn man nur eine Person ist) Reorganisation verbessern, durch Schulungen, einen besseren Workflow und dergleichen. Ein paar Anregungen bekommt man von Kollegen oder auch aus anderen Branchen.

Ich bin da bei keinem endgültigen Urteil angelangt.

Software ist allgemein nicht sehr langlebig. Acht Jahre sind da nicht so schlecht. Es ist als ein kurzlebiger Versuch entstanden und dann einfach, wie eine Pflanze auf dem Balkon, jedes Jahr weiter gewachsen, ohne dass ich irgendeinen Plan dafür hatte. Inzwischen ist es zunehmend zur Nutzpflanze geworden, um bei der Metapher zu bleiben. Ich werde sehen, ob und wie es sich weiter entwickelt.

WordCamp Prag, 2020

Über vermeintliche Hochstapler und die WordPress-Community

Am Ende des Workshops, der gestern zu Beginn des Prager WordCamps stattgefunden hatte, fragte der Seminarleiter, wer denn schon einmal selbst ein Plugin für Gutenberg erstellt habe. Gutenberg war das Thema des Workshops, und es handelt sich dabei nicht etwa um den Herrn mit der Druckpresse, sondern um ein Softwareprojekt. Dieses neue Gutenberg soll zu einer grundlegenden Modernisierung und Vereinfachung der Arbeit mit WordPress führen, aber der Weg dorthin ist gepflastert mit Problemen bei der Umgewöhnung und einem Wust an neuen Technologien, die von den Software-Entwicklern erlernt werden müssen.

Ich habe vor rund einem Jahr den Sprung ins kalte Wasser vollzogen. Es war schwierig, weil alle technischen Dokumentationen und Beispiele vorauszusetzen schienen, dass man diese Sachen bereits beherrschte. Zudem veränderte sich die Materie schneller, als man sie studieren und das Gelernte umsetzten konnte. Im Endeffekt führte es dazu, dass ich nur diejenigen Bereiche wirklich beherrschte, die ich brauchte, ohne jedoch einen generellen Überblick zu haben.

Als frustrierend empfand ich aber vor allem, dass relativ schnell ein großer Aufwand an Investitionen nötig war. Vollzeitbeschäftigte Programmierer sprechen von ein paar Wochen oder Monaten Zeit, die sie einfach nur mit Lernen beschäftigt waren. Das ist alles wahnsinnig spannend für große Agenturen und Konzerne, die ein finanzielles oder zeitliches Budget für Fortbildungen haben. Für Selbstständige jedoch sind es 50, 100 oder 200 Stunden an Mehraufwand und unbezahlter Arbeit. Diese Zeit kann ich nicht einfach in Geld umrechnen und dann auf den Kaufpreis der Software umschlagen, denn bei Gutenberg handelt es sich um kein Feature, für das Kunden mehr bezahlen würden. Zur Zeit der Einführung wurde die Neuerung gerade bei den technisch nicht so begeisterten Nutzern eher als Zumutung empfunden (siehe die Bewertungen für das Plugin), und wenn Gutenberg einmal zum Standard gehören wird, dann wird es als selbstverständlich gelten. Warum also sollte jemand dafür mehr bezahlen?

Immer wieder wird die WordPress-Community als eine Art heile Welt beschworen, die völlig basisdemokratisch ist und auf wunderbare Weise jedem eine Chance bietet. Umso wichtiger sind wohl Projekte wie HeroPress, die erstmals aufgezeigt haben, dass diese Community einen Randbereich aufweist, in dem viele Leute (oft aus wirtschaftlichen oder sprachlichen Gründen, oder weil sie andere Hindernisse zu überwinden haben) festsitzen. Es gibt dort natürlich immer wieder Erfolgs-Storys, aber von den vielen Leuten, die sich bemühen und trotzdem nicht von einer amerikanischen Firma entdeckt werden, hört man im allgemeinen nichts.

Das war jetzt ein kleiner Abstecher, um die Bedeutung von Gutenberg konkret für meine Arbeit und als Symptom für ein tiefer liegendes Problem klarzumachen. Angesichts dieser Situation bin ich wirklich dankbar, dass wir gestern in drei Stunden, in denen die Tastaturen klapperten und sicher auch einige Köpfe rauchten, eine solide Einführung bekommen haben.

Die beiden Vortragenden schienen wirklich aus dem Vollen zu schöpfen. Viele Vorträge auf WordCamps sind sonst von der Art wie “Hört endlich auf, … zu machen!” oder “Wovon ihr noch nie gehört habt, obwohl es so wichtig ist”, und dann werden ein paar Sachen präsentiert, von denen man sich vielleicht eine Notiz im Kopf macht, aber ansonsten handelt es sich zumeist um eine Art Predigt, bei der der Vortragende im Vordergrund steht und der verwertbare Informationsgehalt eher gering ausfällt. Im Gegensatz zu diesen Predigten, die einem die Sünden aufzählen und Besserung verlangen, gibt es aber auch wirklich inspirierende Präsentationen. So etwa hörte ich einen exzellenten Vortrag mit einem ganz unprätentiösen Titel über die Wirkung von eigenen Inhalten auf Blogs.

Diese Frage, wer denn schon praktische Erfahrung mit Gutenberg habe, hätte ich vielleicht zu Beginn des Workshops erwartet, aber so am Schluss war sie eigentlich viel angenehmer, dann zu dem Zeitpunkt wussten alle Anwesenden bereits, auf welchem Niveau sich die Erwartungen bewegten. Und hier komme ich nun zu dem kleinen, aber prägenden Erlebnis: So weit ich sehen konnte, war ich unter den vielleicht 10-15 Teilnehmern der einzige, der sich gemeldet hatte. Das ist natürlich nichts, worauf ich mir etwas einbilden kann, da ich einfach nur früher an die Sache herangetreten bin. Aber es ist für mich eine typische Lehre, die einen nur das Leben zu erteilen vermag.

Meine feste Erwartung war nämlich die gewesen, dass ich dort unter lauter Cracks sitzen würde, die alle ein Informatikstudium absolviert haben und darum topfit sind, so dass sich das Workshop-Niveau nach 10 Minuten bereits weit über meinem Kopf bewegen müsste. Kurz vor dem Workshop hatte ich noch Node aktualisiert, und als der Workshop anfing, sah ich, dass bei dem Ablauf eines Skripts eine Fehlermeldung erschien (was aber dann gar nicht relevant war), für die ich erst einmal auf Google nach einer Lösung suchen musste.

Interessant war für mich dann zu sehen, dass selbst diejenigen, die ihr Fach entschieden beherrschten, nach Lösungen googelten. Der Code, den wir im Workshop verwendeten, war fast durchweg vorgegeben, so dass ich auch nie vor dem Problem stand, dass mir die Syntax von XY nicht einfallen wollte. Zuhause kopiere ich solche Schnipsel aus anderen Dateien oder aus dem Internet und muss oft etwas ganz Gängiges nachschlagen. Nur gut, dass es niemand sieht, denke ich dann … und völlig unnötigerweise.

In der Psychologie gibt es den Begriff Hochstapler-Syndrom (auf Englisch Impostor Syndrome). Beschrieben wird damit die Erscheinung, dass man sich nicht mit seinen Errungenschaften und Fähigkeiten identifiziert, sondern glaubt, sie eher zufällig und ungerechtfertigt erhalten zu haben und somit mehr Anerkennung zu genießen, als man eigentlich verdient hätte. Die Folge der Zweifel an seinen wahren Fähigkeiten ist natürlich, dass man befürchtet, jederzeit wie ein Hochstapler aufzufliegen – daher der Name. Streng genommen wäre man natürlich kein solch dreister Hochstapler wie jemand, der sich sein Diplom fälscht, aber doch fühlt man die Verpflichtung, alle Anerkennung abzulehnen.

Dieses Phänomen wurde zuerst bei Frauen festgestellt, die in typischen Männerberufen erfolgreich geworden waren. Für mich ist es natürlich interessant zu überlegen, wo die Sache ihre Wurzeln hat. Mir ist klar, dass ich nicht der Einzige bin, auf den das zutrifft. Die vor Selbstbewusstsein und oft auch Selbstüberschätzung strotzenden Figuren, die ebenfalls auf Konferenzen zu finden sind, führen da sicher zum Ausblenden einer beträchtlichen Zahl von Leuten, die sich vorsichtshalber ganz still verhalten, um sich nicht zu blamieren. Symptomatisch ist ja allein schon die Belegung der Sitze in Workshops: Die hinteren Reihen füllen sich zuerst, und einige Leute sitzen ganz extrem an der Wand, so als würden sie am liebsten von draußen durch ein Guckloch teilnehmen, wenn es möglich wäre.

Ein wichtiger Grund liegt meiner Ansicht nach einfach darin, dass viele Programmierer im WordPress-Umfeld alleine für sich arbeiten. Von seinen Kollegen sieht man im Internet natürlich nur die vorzeigbaren Informationen. Schließlich geht es, wie überall in der Wirtschaft, auch darum, sich zu vermarkten. Kein Geschäft stellt in sein Schaufenster die misslungenen Produkte und kein Handwerker schreibt sich auf die Ladentür, dass er sich mit den neuen Armaturen noch nicht so gut auskennt.

Umso wichtiger sind darum die Treffen hinter den Kulissen. Und wichtig ist vor allem, dass dort keine Atmosphäre herrscht, in der man das Gefühl hat, man könne sich keine Schwäche erlauben. Zum Teil liegt das in der Hand der Kursleiter, wie sie die Anforderungen kommunizieren, und der Veranstalter, die unter den Teilnehmern statt Imponiergehabe ein Klima der Offenheit fördern sollten, wo selbst anerkannte Fachleute klarstellen, dass sie einmal klein angefangen haben. Zum Teil aber muss man sich selbst von dieser kognitiven Verzerrung befreien, indem man etwa bewusst diese Kommunikation hinter den Kulissen sucht. Und natürlich kann man es auch ähnlich situierten Kollegen leichter machen, indem man ihnen ehrliche Einblicke in die eigene „Werkstatt“ erlaubt.

Rückblick in die Ferne

Mit Blick auf den kühlen heimischen Nebel kommen mir Bilder einer früheren Reise.

Die schwüle Hitze nötigte uns tagsüber in die Häuser. Erst abends konnten wir uns ins Freie wagen, ohne sofort im Schweiß zu schwimmen.

Dankbar für jeden Luftzug ließen wir uns durch die Stadt fahren.

Die Nachtmärkte erwecken dort immer ein Déjà-vu-Empfinden. Genauso dicht pflegt man manchmal zu träumen.

Ruhe und Schatten werden bedeutungsvoll wie ein Schluck Wasser.

Und so ganz verschieden ist die Menschheit dann doch wieder überall die selbe.